Fachartikel

MÄR2020
Ausgabe 2/2020, Seite 18 | 20-03-18-1

Interview mit dem scheidenden VMÖ-Vorsitzenden Robert Sobotka

„Wir müssen uns auf unsere Stärken fokussieren“

Im April 2020 endet die dritte Amtsperiode des VMÖ-Vorsitzenden Robert Sobotka. Das Ende einer Ära, denn wiedergewählt werden kann er nicht. Wir haben mit ihm gesprochen.
Das Ende einer Ära - im April endet die dritte Amtsperiode des VMÖ-Vorsitzenden Robert Sobotka
Foto: © VMÖ
RR: Herr Sobotka, wie fällt Ihre Bilanz nach sechs Jahren VMÖ-Vorsitz aus?

Sobotka: Sehr positiv. Es hat mir viel Freude gemacht. Als ich das Amt übernahm, hatte der VMÖ massive Probleme. Mein Vorgänger: überraschend zurückgetreten. Die Institute: unzufrieden. Die Aufgaben des Verbandes waren nur mehr fragmentarisch wahrgenommen worden. Ich habe die Leistungen neu definiert – jetzt sind wir eine Community von Österreichs Markt- und Meinungsforschern.


RR: Was sind aus Ihrer Sicht die Leistungen und Aufgaben des Branchenverbandes?

Sobotka: Der VMÖ ist Interessensvertretung und Dienstleister für Betriebs- und Institutsmarktforscher. Unsere Veranstaltungen sind Treffpunkt aller Interessierten. In den letzten sechs Jahren organisierten wir etwa 50 Abendveranstaltungen auf fachlich höchstem Niveau. Zudem wichtig ist die Ausbildung: Die VMÖ-Akademie ist eine neue Aus- und Weiterbildungsschiene. Unsere Community informieren wir per Newsletter über Neuigkeiten der Branche. Wichtig war mir auch der internationale Austausch: Ich konnte den VMÖ durch meine Kontakte zu den deutschsprachigen Verbänden internationalisieren.


RR: Wenn man so zuhört, kann man gar nicht glauben, dass Sie nicht mehr für den VMÖ tätig sein werden. Gibt’s eine Hintertür?

Sobotka: Nein, ich möchte kein ‚Schattenpräsident‘ sein. Ich werde als VMÖ-Mitglied meine Nachfolger unterstützen. Es wird nicht möglich sein, meine Aufgaben durch einen Präsidenten zu ersetzen. Geplant ist ein Team, das meine Ideen weiterentwickelt und neue Ideen einbringt. Das derzeitige Vorstandsteam könnte gemeinsam die Aufgaben bewältigen. Wenn sie zur Wahl antreten, werde ich mich für sie einsetzen.


RR: Wo kann sich der Verband weiterentwickeln?

Sobotka: Erstrebenswert wäre eine weitere Verbesserung von Newsletter und Homepage, mit Informationen in höherer Frequenz. Unser Auftritt in sozialen Medien ist nur ansatzweise vorhanden, und die Öffentlichkeitsarbeit ist ausbaufähig.


RR: Wie sehen Sie generell die Zukunft der Marktforschung?

Sobotka: Ich denke, dass wir uns keine Sorgen über die Zukunft der Marktforschung machen müssen. Zwei Strömungen sehe ich: Eine tritt dafür ein, dass wir uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren. Die andere sieht die Zukunft in neuen Methoden, Analysemöglichkeiten und Geschäftsfeldern. Ich gehöre der ersten Strömung an. Unsere Branche wird nicht wachsen, aber Studien, die auf Befragungen basieren, werden nicht zu verdrängen sein. Die Ausgaben für Infobeschaffung wachsen. Wenn wir uns auf unsere Stärken fokussieren, werden wir zumindest auf konstantem Niveau bleiben. Wichtig ist, dass wir weiterhin auf einem hohen Qualitätsniveau arbeiten. Ich bin stark für das Thema Qualitätssicherung eingetreten, etwa mit der weiterentwickelten ISO-Norm. Dafür hätte ich mir mehr Unterstützung von den Branchenkollegen gewünscht. Für eine weitere Verbreitung innerhalb der Branche sollte der Verband eintreten.


RR: Und was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Sobotka: Ich freue mich auf mehr Freizeit. Das Amt habe ich zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Betreiber des größten CATI-Studios Österreichs betrieben. Meine Hobbys sind zu kurz gekommen. Diese möchte ich nun wieder forcieren. Aber mal sehen: Ich habe nach wie vor eine Reihe von Ideen für die Marktforschung, die ich realisieren möchte. Für meine Rastlosigkeit bin ich ja mittlerweile bekannt.
www.vmoe.at


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