Fachartikel

MÄR2020
Ausgabe 2/2020, Seite 20 | 20-03-20-1

Best of FAMS: das Gewinnerprojekt Miniatur Wunderland

Überzeugende fachliche Qualität

Der neue Preis Best of FAMS (Fachangestellte/r der Markt- und Sozialforschung) der Verbände ADM, BVM und DGOF geht an das Projekt Miniatur Wunderland der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation Hamburg. Claudia Schreyer und Steffani Studt haben als Lehrerinnen das Projekt der Auszubildenden betreut und stellen es hier vor.
Fachartikel zu dem Thema Best of FAMS aus dem Research & Results Magazin 2/2020Foto: © Robert Kneschke – Shutterstock
Die Initiative zum Projekt Miniatur Wunderland (MWL) kam von unseren FAMS. Im Rahmen ihres Abschlussprojekts an der BMK Hamburg, das sie in Teams von vier bis fünf Personen durchführen, akquirieren sie ihre Kunden selbst. Die Zielsetzung der Studie bestand darin, Besuchsgründe, Besucherzufriedenheit und touristischen Einfluss des MWL, einer 1.499 Quadratmeter großen Modelleisenbahnanlage, auf die Stadt Hamburg zu messen. Die Interviews wurden per CAPI vor Ort durchgeführt: 319 Besucher ab 18 Jahren wurden nach dem Verlassen des MWL befragt. Quotiert wurde nach Alter und Geschlecht.


Herausforderungen? Gemeistert!

Die größte Herausforderung lag in der Anlage des Projekts, in seiner Komplexität. Die FAMS mussten in Eigenregie dieses Markt- und Sozialforschungsprojekt bewältigen: Von der Akquise eines Kunden inklusive Formulierung der Problemstellung und Festlegung der geeigneten Methodik über die Durchführung der gesamten Forschungsarbeit, Auswertung und Aufbereitung der Daten mit Ableitung passender Handlungsempfehlungen bis zur Präsentation. Mit dem Anspruch, den Anforderungen an Kundenorientierung gerecht zu werden.
Eine weitere Herausforderung lag in Projektmanagement und Teamarbeit – jedes Teammitglied kam aus einem anderen Ausbildungsbetrieb (Gruner + Jahr, rc research & consult, Kantar, Markt Research und eresult). Auch die Forschungsarbeit selbst war herausfordernd, etwa durch die Face-to-Face-Befragung – zumal der Kunde zunächst eine andere, einfachere Herangehensweise über Adressen aus seinem Newsletter-Verteiler vorgeschlagen hatte.


Jede Menge Kompetenzen

Die FAMS entwickelten ein komplexes Verständnis für die Problematik des Kunden, überlegten sich ein kluges Untersuchungsdesign mit einer angemessenen Methodik und führten eine saubere statistische Analyse durch. Die Ergebnisse wurden richtig interpretiert und bewertet, und es erfolgte eine datenbasierte Ableitung umsetzbarer Handlungsempfehlungen. So wurden etwa eine Handlungsrelevanzmatrix und eine SWOT-Analyse sinnvoll eingesetzt und inhaltsreich sowie kundennah bei der Ergebnispräsentation dargestellt. In Verbindung mit den entwickelten Handlungsempfehlungen entstand ein inhaltsreiches, praxisnahes Studienergebnis.


Was der Kunde konkret mitnehmen konnte

Die Ergebnisse waren für das MWL einerseits bestätigend (hohe Zufriedenheit, hoher NPS). Andererseits wurden interessante neue Aspekte aufgedeckt, insbesondere bei der Betrachtung der jüngeren Besucher: etwa das nachlassende Interesse am Modellbau oder das Potenzial von Virtual Reality und Augmented Reality. Für die touristische Bedeutung des MLW für Hamburg wurden marketingrelevante Aspekte belegt. Interessant ist etwa, welche anderen Attraktionen und Übernachtungsangebote durch die Besuche des MWL positiv beeinflusst werden. Zudem wurden konkrete marketingorientierte Verbesserungsvorschläge gemacht, die die Ausstellung und Kommunikationsmaßnahmen betreffen – der Kunde zeigte sich begeistert.


Gesucht: FAMS-Azubis

In den letzten Jahren mussten wir an der BMK Hamburg leider eine rückläufige Zahl der FAMS-Auszubildenden verzeichnen – ein Trend, der diese Ausbildung insgesamt in Gefahr bringen kann. Im Abschlussjahrgang 2019 hatten wir zehn FAMS-Azubis, im folgenden 15, im jüngsten Jahrgang leider nur neun. Das ist definitiv zu wenig für die schulinterne Planung! Wir brauchen mehr Auszubildende, damit wir die Qualität des Unterrichts mit seinem gezielten Marktforschungsbezug halten können. Wir sehen die Notwendigkeit, die Branche an sich bei möglichen Kandidaten, Schülern wie Studenten, präsenter zu machen.
Die Chancen unserer FAMS sind gut. Insgesamt bleiben etwa 60 Prozent in ihren Betrieben oder gehen in ein anderes Institut, einige studieren und bleiben als studentische Hilfskraft ihren Ausbildungsbetrieben oft verbunden, nur wenige wechseln komplett den Bereich.

FAMS als Ausbildungsberuf
Den dualen Ausbildungsberuf des Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS) gibt es seit 2006. Hintergrund: Nicht bei allen Tätigkeiten in der Markt-und Sozialforschung ist eine akademische Ausbildung notwendig. Als optimale Ergänzung zu den akademisch ausgebildeten Forschern, deren Schwerpunkt eher in der wissenschaftlichen Beratung liegt, hat der/die FAMS operativ-organisatorische Kompetenzen.


Das Image stärken

Die Auslobung des Preises Best of FAMS ist ein Weg, das Image des Berufs zu steigern. Eine aktivere Öffentlichkeitsarbeit, etwa in den Branchen- und Verbandsmedien, wäre zudem wünschenswert.
Immer sind wir an Anfragen rund um die FAMS-Ausbildung interessiert, die vielleicht manche Institute beschäftigen. So wird etwa gefragt, ob auch kleine Unternehmen die Anforderungen erfüllen – gerade, wenn sie nicht die große Bandbreite an Methoden anbieten. Über die Duale Ausbildung, mit den Berufsschulen als Partnern, ist die umfassende Ausbildung aber auch in diesen Fällen gewährleistet.
www.bmk-hh.de
Ausbildung der FAMS
Der Preis Best of FAMS

Eine Bühne, auf der FAMS-Auszubildende ihre Fähigkeiten zeigen können, bieten die Verbände ADM, BVM und DGOF mit dem neuen Preis. Eingereicht werden konnten Projektarbeiten, die im Rahmen der Ausbildung 2019 an den Berufsschulen ausgearbeitet wurden. Die Möglichkeit wurde von vier Projektteams aus drei Schulen wahrgenommen – nur fünf Schulen bieten den Ausbildungsgang in Deutschland überhaupt an.
„Vier Einreichungen sind angesichts der Tatsache, dass Best of FAMS in diesem Jahr erstmalig ausgelobt wurde, ein sehr schönes Ergebnis“, freut sich Bettina Klumpe, ADM. „Sehr gute Arbeiten, die alle ihre Stärken haben“, betont Martina Winicker, BVM. Am Ende kristallisierte sich das Projekt Miniatur Wunderland der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation aus Hamburg als Sieger heraus. „Jury und Projektorganisation gratulieren zu diesem gelungenen Projekt“, so Birgit Bujard, DGOF.
Der Preis wird im Rahmen des BVM-Kongresses am 8./9. Juni 2020 verliehen. Auch für 2021 ist die Auslobung des Best of FAMS geplant.
www.adm-ev.de · www.bvm.org · www.dgof.de


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