Fachartikel

FEB2020
Ausgabe 1/2020, Seite 6 | 20-02-6-1

Interrogare mit neuem Healthcare-Panel in Düsseldorf

Das Ohr am Kunden

Am 1. Januar 2020 hat Interrogare den Startschuss für ein neues Healthcare-Fachärzte-Panel in Düsseldorf gegeben. Hohe Qualitätsansprüche, erfahrene Mitarbeiter, besonders aber die persönliche Betreuung der Fachärzte vor Ort gaben hierfür den Ausschlag – was nur scheinbar der vorherrschenden automatisierten Digital-Mentalität widerspricht. Peter Wiegelmann, Rhona Biswal und Udo Jellesen im Gespräch mit Research & Results.

Peter Wiegelmann, Rhona Biswal und Udo Jellesen (v.l.) verantworten das neue Projekt Healthcare-Panel bei Interrogare Foto: Interrogare
"Ohne den Vertrauensvorschuss eines Großprojekts hätten wir diesen Schritt nicht so schnell gewagt."

Research & Results:
Herr Wiegelmann, seit Anfang des Jahres ist Interrogare im Panelgeschäft aktiv. Wie kam es dazu?

Peter Wiegelmann: Wer Interrogare kennt, weiß, dass wir nicht immer einfach zu erfüllende Ansprüche vor allem in Sachen Qualität haben. Daher gab es die internen Diskussionen ein Fachärztepanel in Eigenregie aufzubauen eigentlich schon länger.
Udo Jellesen: Oftmals sahen wir uns als Healthcare-Research-Team in unserer Arbeit zudem mit dem Problem konfrontiert, dass die gewünschten Zielärzte für Studien nur schwerlich effektiv erhoben werden konnten. Hinzu kam die fehlende Schnelligkeit aufgrund geringer Responseraten. Aber auch mangelnde Marktkenntnis und in diesem Zusammenhang mangelhafte Betreuung der Ärzte waren Ausgangspunkte für unsere Unzufriedenheit. Mit unserem Projekt eigenes Healthcare Panel wollten wir genau diese Punkte besser machen.        
Wiegelmann: Ein hoher Komplexitätsgrad und hohe Investitionskosten haben uns allerdings zögern lassen. Letztlich haben wir es einem langjährigen Kunden zu verdanken, dass wir uns schlussendlich getraut haben unsere Pläne zu verwirklichen. Ohne den Vertrauensvorschuss in Form eines „Großprojektes“ hätten wir wahrscheinlich diesen Schritt so schnell nicht gewagt. Anfang 2019 machten wir ans Werk gemacht und zunächst ein eigenes Onkologen-Panel aufgebaut. Nun werden wir diesen Geschäftsbereich in 2020 weiter professionalisieren und in den nächsten Jahren schrittweise ausbauen.
Jellesen: Wir kommunizieren dabei mit Ärzten auf Augenhöhe und behandeln sie wie unsere Kunden, die sie ja auch sind. Denn diese enge persönliche Beziehung führt, nach unserer Erfahrung, letztendlich zu hohen Responseraten innerhalb kurzer Feldzeiten und einer überdurchschnittlichen Antwortqualität.


"Kontakte in der Region zum Ausbau des Standorts nutzen"

RR: Warum wurde der Standort Düsseldorf gewählt?

Wiegelmann: Da wir das Projekt Fachärzte-Panel wirklich professionell angehen wollten, war es uns wichtig, jemanden zu finden, der über echte Expertise in diesem Bereich verfügt und das Panel eigenständig verantworten kann. Mit Rhona Biswal haben wir genau diese Expertin gefunden. Da sie in Düsseldorf lebt und das Panel keine zwingende räumliche Nähe zu unseren Standorten Bielefeld und Hamburg benötigt, war schnell klar, dass wir Düsseldorf als neuen Standort eröffnen. Zudem konnte Frau Biswal auch eine ehemalige Kollegin – Ramona Groke – direkt als neue Mitarbeiterin für den Standort gewinnen. Und auch zukünftig werden wir ihre Kontakte in der Region sicherlich zum Ausbau des Standortes nutzen können.    


"Mir schossen gleich diverse Ideen zur Umsetzung durch den Kopf."   
 
RR: Frau Biswal, Sie sind ausgewiesene Expertin im Healthcare-Bereich, hatten aber erst im August 2019 von Exafield zu Dynata gewechselt. Wie kam es trotzdem zum erneuten Wechsel, welche Faktoren gaben den Ausschlag?

Biswal: Ich habe einfach persönliches Interesse an dem Themenbereich der Feldarbeit, der mich in den letzten 15 Jahren begleitet hat. Darüber hinaus glaube ich fest daran, dass ein enger Kontakt zu den Ärzten für eine erfolgreiche Healthcare-Marktforschung in Zukunft unabdingbar sein wird, noch mehr als es bisher schon ist. Die Umsetzung, ein qualitativ hochwertiges fachärzteübergreifendes Panel aufzubauen, ist eine Herausforderung, die mit viel Fingerspitzengefühl verbunden ist – und als Aufgabe einfach reizvoll.
Als Herr Wiegelmann mir etwas von seiner „Idee“ erzählte, hatte ich einfach direkt ein gutes Gefühl und war überzeugt, dass das genau der richtige Weg ist. Schon nach dem initialen Gespräch schossen mir diverse Ideen für die Umsetzung durch den Kopf. Mit meiner Erfahrung im Gepäck und einer durchdachten Strategie sehe ich sehr zuversichtlich in die Zukunft. Ich freue mich auf die neue Herausforderung.


"Auf den ersten Blick scheinen wir gegen unsere Ausrichtung zu mehr Digitalisierung zu arbeiten."

RR: Können Sie uns, Herr Jellesen, zum Abschluss noch einen Ausblick auf die langfristigen Ziele geben, die Sie mit dem Panel in Düsseldorf verfolgen?     

Jellesen: Wir möchten mit unserem Healthcare-Panel, unseren Projekten und unseren Rekrutierungsaktivitäten, Healthcare-Marktforschung besser machen. Wir setzen auf eine enge persönliche Betreuung der Ärzte, eine zeitnahe und zuverlässige Honorierung und interessante Studien. Mit diesen Maßnahmen haben wir bereits im Laufe des letzten Jahres eine überdurchschnittliche Responserate, eine außerordentliche Antwortqualität und eine hohe Zufriedenheit der teilnehmenden Ärzte erzielen können – und diesen Weg werden wir weiter beschreiten.
Unser Ziel ist es im Laufe von 2020 die wichtigsten Facharztzielgruppen verfügbar zu haben. Darunter verstehen wir Onkologen, onkologisch tätige Gynäkologen, Pulmologen, Neurologen, Urologen, eventuell Dermatologen und Ophthalmologen. Damit haben wir einen Grundstock, der uns in die Lage versetzt, Zielärzte unserer Kunden schnell zu identifizieren und gegebenenfalls weiter aufzustocken.
Ich persönlich glaube daran, dass große internationale Anbieter von Online-Felddienstleistungen im Pharmabereich durch Zentralisierung, damit zwangsläufig verbundener mangelnder Marktkenntnis, eine „Massenabfertigung“ der Arzt-Kommunikation und damit einhergehenden weiter rückläufigen Responseraten der Ärzte, zukünftig an Bedeutung verlieren werden. Ich sehe einen Trend hin zu kleinen aber „feinen“ Fachärztepanels, die sich durch eine hohe Zuverlässigkeit und Qualität auszeichnen. Wir glauben, dass eine enge vertrauensvolle und faire Zusammenarbeit mit den Ärzten eine notwendige Voraussetzung darstellt, in Zukunft weiterhin qualitativ hochwertige Healthcare-Marktforschung durchführen zu können. Denn gerade der Bedarf an agiler Marktforschung verbunden mit kontinuierlichen Projektansätzen, erfordern ein qualitatives Umdenken in der Zusammenarbeit mit den Ärzten.

Wiegelmann: Auf den ersten Blick scheinen wir mit unserem Healthcare-Panel, der persönlichen Betreuung und direkten Kommunikation entgegen den allgemeinen Anforderungen und auch unserer Ausrichtung hin zu mehr Digitalisierung, Schnelligkeit und Automatisierung zu arbeiten. Aber genau das ist falsch, denn das eine widerspricht dem anderen nicht: Beide Aspekte bilden wesentliche und zukunftsweisende Bedarfe des Marktes und genau diese decken wir. Denn wer sich stetig weiterentwickeln und erfolgreich sein möchte, wird genau das tun müssen: immer ein Ohr am Kunden haben und genau darauf hören, wessen er bedarf.
www.interrogare.de


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