Fachartikel

DEZ2019
Ausgabe 7/2019, Seite 6 | 19-12-06-1

Marktforschungsmesse Research & Results 2019 in München

Vielfältiges Muss

Research & Results 2019: Zum 14. Mal boten Aussteller und Veranstalter den nationalen und internationalen Teilnehmern auf Rekordniveau (3.370) vom 23. bis 24. Oktober einen abwechslungsreichen, topaktuellen Mix aus Infos, Trends und Kontaktmöglichkeiten. Ein Rückblick.
Marktforschungsmesse in München vom 23.-24. Oktober 2019 im Münchner MOCFoto: Dominik Münich
Die Trendthemen

Die Messe war wenig überraschend bestimmt durch die Themen Künstliche Intelligenz, DIY-Tools, Automation und Big Data. Dies spiegelte sich vor allem in den Vorträgen wider, wobei die Aussteller bei der Auswahl erneut ein gutes Gespür bewiesen: Viele Vorträge, besonders diejenigen mit Buzzwords im Titel, lockten viele Besucher an. Florian Tress von Norstat: „Wir hielten einen Workshop mit dem englischen Kollegen – rappelvoll!“ Besonders beliebt bei den Besuchern waren zudem die Workshops mit Kundenbeteiligung, bestätigte etwa Rabea Nebe von DKB: „Da kann ich mir immer neue Insights holen und schauen, wie das an anderer Stelle umgesetzt wurde.“ Auch beim Hugo- Boss-Team Timo Ebert und Svenja Niemeyer kamen die Workshops gut an, zum Beispiel einer zum Thema E-Commerce: „Erst dachten wir: Vielleicht doch gar nicht so relevant für uns – es ging ja um Spirituosen. Wir stellten dann aber schnell fest: Das lässt sich gut auf uns übertragen.“ Benedikt Köhler von Data Lion sah bei den ausstellenden Firmen besonders eine thematische Verschiebung: „Wir sind mit Data Lion jetzt schon zum dritten Mal auf der Research & Results und wir glauben, dass das Thema Marktforschung und Business Intelligence immer stärker zusammenwächst.“
In Zahlen stellten sich dem Fachpublikum knapp 190 Aussteller aus mehr als 20 Ländern in den zwei Messehallen des MOC München vor. Für Sebastian Syperek, Deutsche Bahn, immer noch eine effektive Art der Präsentation, die auch bei konkreten Fragestellungen Hilfe bereithält: „Die Messe gibt uns wie in jedem Jahr – ich bin schon viele Jahre jetzt dabei – einen guten Überblick, was es da für neue und auch alte Anbieter gibt, zum Beispiel kann ich jetzt sagen, dass wir vor zwei Jahren verschiedene Community-Anbieter angeschaut und dann einen ausgewählt haben.“
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Quantilope Stand
Professionell und einfallsreich

Bereits zehnjähriges Messejubiläum feiert die Q Agentur, für Kerstin Klär ein „Pflichttermin“ verbunden mit einem Kompliment an den Veranstalter, die Messe sei „unglaublich professionell“. Neuerungen in diesem Jahr wie das Recruiting, bei dem sich Firmen dem Branchennachwuchs in kurzen Slots als Arbeitgeber vorstellten und viel Aufmerksamkeit auf sich zogen, und das Business-Training von Soziologin Beate Munding (siehe Kasten) wurden genauso gut angenommen wie das bewährte offene Forum, die Innovation Area.
Besonders im Gedächtnis bleiben erneut die Aussteller mit ungewöhnlichen Standkonzepten. Einige hatten sogar selbst Hand angelegt, etwa Norstat: „Wir haben zum ersten Mal einen Stand, den wir selbst gebaut haben, etwa mit einem vom Team handgeschreinerten Spielautomaten – und der kommt natürlich toll an“, erzählt Florian Tress stolz.
Andere Aussteller warteten mit teils sehr originellen Ideen auf: Highlights waren etwa die bühnenreife Show auf dem Stand von I+E Research, wo Profi-Schauspieler unterhaltsam Szenen aus der täglichen Rekrutierungsarbeit – zum Beispiel als Mediziner im OPSaal – nachstellten, die Live-Zeichnungen bei Produkt + Markt, die Möglichkeit, seine Schuhe pflegen (Rogator) oder ein neues Profilfoto für Social Media erstellen zu lassen (mo´web).
Wichtiger Mehrwert

Alexandra Stein von Ipsos fasst zusammen, warum die Messe ein Muss im Marktforschungskalender ist: „Hier informiert man sich, hier erhält man alle News, hier trifft man die Kollegen und tankt neue Energie und Kraft für das, was danach kommen mag.“ Christine Albrecht, IFF International, schätzt die Möglichkeit, bestehende und neue Kunden „an zwei Tagen, an einer Stelle zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen, statt drei bis vier Wochen lang in ganz Deutschland Termine wahrnehmen zu müssen“. Und Erstteilnehmer Thomas Grünberg von Brandwatch ergänzt: „Wir hatten schon viele gute Meetings. Es gibt viele Synergien zwischen uns als Digitalanbieter und anderen Marktforschungsinstituten. Es ist ganz spannend, da diesen Austausch zu haben und auch zu sehen, wie beide miteinander interagieren können.“ Die Messe in einem Wort? „Vielfältig“, lautet die Antwort von Thomas Gruber von der Drogeriemarktkette dm. Dem stimmt auch Timo Ebert (Hugo Boss) zu und betont ebenfalls „die Vielfalt an Anbietern – so erhalten wir einen besseren Überblick über den Markt“.
Besucherzahlen Research & Results 2019
Jubiläumsmesse 2020
Breites Aussteller-Feedback

Den zahlreichen positiven Stimmen stehen auch Anregungen und konkrete Wünsche gegenüber. „Hier war insbesondere die Ausstellerumfrage hilfreich“, stellt Hans Reitmeier vom Veranstalter-Team fest. „Das gibt uns eine sehr gute und breite Basis für die Planung des kommenden Jahres.“ Dankbar sind die Veranstalter um Heinrich Fischer, Hans Reitmeier und Martin Sippel auch für alle anderen Feedbacks aus persönlichen Gesprächen oder schriftlichen Rückmeldungen. Dirk Wieseke von Kernwert mag im Sinne vieler Aussteller sprechen, wenn er anmerkt: „Der Besucherstrom ist stark an die Workshop-Pausen geknüpft, sodass sich Phasen, zu denen am Stand wenig Besucher sind, mit großem Andrang abwechseln.“ Das Messeangebot wird mit Hilfe der Feedbacks nun genau analysiert. „Alle, die mit uns gesprochen oder uns gemailt haben, können sicher sein, dass wir sehr genau und ernsthaft zugehört und gelesen haben“, versichert Reitmeier. „Bei aller Vielfalt der Äußerungen können wir vieles nachvollziehen.“ Und Sippel ergänzt: „Da werden wir sicher einen guten Weg finden“. Schließlich steht nächstes Jahr ein Jubiläum an: „15 Jahre Research & Results – das bedeutet für uns Vorfreude und Verpflichtung zugleich“, so Fischer.

 
  
RR19: Training für Unternehmensmarktforscher – der feine Unterschied

Als besonderes Angebot für die betrieblichen Marktforscher organisierten die Veranstalter der Research & Results am zweiten Messetag ein Training: „Machtspielen erfolgreich begegnen“ mit Kommunikationstrainerin und Business Coach Beate Munding. 40 Marktforscher aus Unternehmen verschiedenster Branchen nahmen an den zwei Sessions teil. Die Resonanz? Sehr gut. Einige Teilnehmerstimmen: „Eine kurze Veranstaltung in kleinem Rahmen – super!“ – „Aus dem Leben gegriffen.“ – „Jeder hatte da seine Beispiele.“ Lebhaft wurde diskutiert und auch gelacht. „Dem einen oder anderen wurde da nämlich erstmals bewusst, dass gewisse Dinge im beruflichen Alltag schon Machtspiele sind“, erklärte Beate Munding. Besonders betonte die Trainerin die Wichtigkeit des Nonverbalen: „Machtbewusstes Auftreten und demnach auch Machtspiele beginnen auf der nonverbalen Ebene und werden auch dort gewonnen!“ Das fange schon beim Körperabstand an: „Wenn mir jemand zu nahe kommt: Weiche ich zurück, weil mir das unangenehm ist, dann habe ich verloren.“ Bestehen denn Unterschiede in Verhalten und Wahrnehmung bei Männern und Frauen? Eindeutig, so die Expertin: „Männer denken machtbewusster. Für sie sind Machtspiele oft eine Competition, wie im Sport: Man gewinnt oder verliert – und man nimmt das meist nicht persönlich. Wenn aber Frauen Machtspiele spielen, sind diese in der Regel härter, denn sie sind persönlich.“ Die beiden Seminare vermittelten zwar nur einen Überblick, dennoch konnten die Teilnehmer dafür sensibilisiert werden, „dass man im beruflichen Alltag merkt: Ich befinde mich gerade in einem Machtspiel und muss jetzt kontern, um nicht zu verlieren.“
Beate Munding

 


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