Fachartikel

APR2019
Ausgabe 2/2019, Seite 19 | 19-04-19-1

Interview mit Hartmut Scheffler zum Kantar Marketplace

„Gefahr der Kannibalisierung ist gering“

Seit 6. März gibt es den Kantar Marketplace, eine eigene Plattform für automatisierte Marktforschungslösungen für Marketingverantwortliche in 30 Ländern. Research & Results fragte Hartmut Scheffler, Geschäftsführer von Kantar Deutschland, zu den Details.
RR: Herr Scheffler, was bietet Marketplace im Einzelnen?
Scheffler: Im Kern sind es drei Angebote: Den – bisher über Zappi, jetzt über Kantar Marketplace – bereits bewährten Zugriff auf Lösungstools wie etwa Link Now für Pretests. Dann klassisches Do It Yourself (DIY) in Form von Quick Polls oder kurzen DIY-Studien – durchgeführt über das Panel von Lightspeed. Und schließlich ein Datenpool aller Quick Polls weltweit. Diese drei Säulen werden in etwa drei bis vier Monaten komplett zur Verfügung stehen.


RR: Was unterscheidet Marketplace von anderen Angeboten auf dem Markt?
Scheffler: Das ist zum einen die bereits erwähnte und neuartige Kombination der drei Säulen Lösungstools, DIY/Quick Polls und Datenpool. Es ist zum anderen die Verknüpfung von DIY und Beratung. So können beispielsweise manche Tools non-served (also komplett DIY und ohne Beratung) abgewickelt werden, andere sowohl non-served wie served (Beratung kann zugebucht werden) und noch andere nur served, weil hier aus unserer Erfahrung für die Interpretation Beratungsleistungen notwendig sind. Marketplace ist damit die Verbindung „zweier Welten“.


RR: Wird Marketplace einen Teil Ihrer Kundenaufträge ersetzen oder generieren Sie Ihrer Meinung nach neue Kundenkreise?
Scheffler: Beim Link-Tool in Zusammenarbeit mit Zappi haben wir über mehrere Jahre Erfahrungen sammeln können. Neue Kunden gewinnen wir hier, weil mit attraktiven Budgets in kurzer Zeit Daten generiert werden können und gleichzeitig die Beratungsmöglichkeit besteht und mehrheitlich auch genutzt wird. Existierende Kunden dehnen aus, weil für sie ebenfalls die Kombination aus Geschwindigkeit und ansprechendem Preis sowie die Nutzung der Erfahrungen aus der Datenbank attraktiv sind. Auch die Säule „Datenbank vorhandener Studien“ wird aus unserer Sicht nicht kannibalisieren, sondern eventuell sogar neuen Forschungsbedarf generieren. Lediglich die Säule der Quick Polls/DIY-Studien könnte an der einen oder anderen Stelle dazu führen, dass aus einer beauftragten kleinen Kundenstudie eine selbst durchgeführte Untersuchung wird. Oft entsteht aber auch aus der kleinen Studie erweiterter Beratungsoder neuer Forschungsbedarf. Kurz: Die Gefahr der Kannibalisierung ist sehr gering, die Möglichkeiten, neue Kunden zu gewinnen und bei existierenden Kunden ergänzenden Forschungsbedarf zu wecken, offensichtlich.


Interview: Sonja Mayer


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