Fachartikel

APR2018
Ausgabe 2/2018, Seite 28 | 18-04-28-1

Immer in Fahrt

Experten erläutern, welche Vorteile Omnibusse bieten

Kostengünstig, schnell, repräsentativ – Mehrthemenumfragen haben sich in der Marktforschung bestens bewährt. Was können Omnibusse heute leisten? Research & Results hat sich bei den Anbietern umgehört.
Research & Results | Mehrthemenumfragen | Immer in FahrtFoto: © Christian Müller – Fotolia.com
In einem Erhebungsgang gleich mehrere Themen abfragen und zeitnah zuverlässige Ergebnisse einfahren: Das kennzeichnet Omnibus-Befragungen. Schnell und weitgehend unkompliziert lassen sie sich durchführen und sind aus der Marktforschung nicht wegzudenken. Ein weiteres Plus: Die Kosten bleiben überschaubar – werden sie doch zumeist auf mehrere Auftraggeber umgelegt.


Auf die Zielgruppe genau

Die Geschwindigkeit, gepaart mit substanziellen Ergebnissen, ist Christa Braaß, Geschäftsführerin der Forschungsgruppe g/d/p, besonders wichtig: „Suchen Sie einen schnellen Weg, um fundierte Antworten auf Ihre aktuellen Fragestellungen zu erhalten? Dann steigen Sie doch in den g/d/p Deutschlandbus ein, der Ihre Fragen unkompliziert beantwortet. Monatlich befragen wir telefonisch 1.000 Haushaltsführende repräsentativ in Deutschland.“ Zielgruppen lassen sich auch regional eingrenzen – Braaß führt dafür ein Beispiel an: „Haben Sie Fragestellungen für die Region Hamburg? Dann ist unser g/d/p Hanseatenbus die richtige Methode, um Ergebnisse zu erhalten.“ Besondere Zielgruppen, beispielsweise Mütter kleiner Kinder, bedient g/d/p ebenfalls: „Für die speziellen Zielgruppen der Mütter von Babys sowie Mütter von 3- bis 8-jährigen Kindern bieten wir den Babyfokus und den Kiddiebus an. Diese Online- Umfragen liefern aussagekräftige Ergebnisse zu allem, was Sie über die Zielgruppe wissen müssen: Was denken Eltern? Wie ist ihr Informations- und Medienverhalten? Welches Image haben die Babyund Kindermarken?“


Das große Ganze

Hans-Peter Drews, Senior Director Ipsos Observer, legt besonderen Wert auf ein umfassendes Gesamtbild und sieht seine Omnibusse daher heute als Helikopter: „Für unsere Kunden werden die Märkte und auch Kommunikationsmöglichkeiten zunehmend diversifizierter. Der Blick aufs Ganze darf dabei nicht verloren gehen. Wie sehen die Konsumenten die Marke im Wettbewerbsumfeld, welche neuen Entwicklungen tun sich auf? Unsere repräsentativen Omnibusse sind eigentlich eher Helikopter, die hierzu den holistischen Blick von oben gewähren. Und sich gerade mit den stabilen Methoden für kontinuierliche Messungen in Zeiten rasanten Wandels bestens eignen. Unser nationales und globales Angebot reicht vom Overnight-Onlinebus bis zum CAPIBUS.“


Zugeschnitten auf die Kunden

Die Orientierung an den Kundenwünschen betont Maik Schlender, Leiter Feldmanagement von Insa-Consulere: „Egal welche Zielgruppe, wir nutzen das jeweils geeignetste Instrument – online oder telefonisch –, um die Erkenntnisse zu gewinnen, die unsere Kunden interessieren. Mit uns sind sie am Puls der Zeit.“
Dirk Zelzer, Panel Manager bei myonlinepanel, setzt auf Effizienz durch individuelle Beratung: „Wir beraten unsere Kunden auch bei Omnibus-Befragungen methodisch und unterstützen bei der Optimierung der Fragestellungen. Dadurch werden bei minimaler Fragenanzahl der Informationsgewinn und die Effizienz maximiert.“ Schnelligkeit ist auch für Zelzer maßgeblich, etwa beim Test von Werbung: „Alternativ zum normalen Omnibus bieten wir einen 48-Stunden Werbemitteltest an, mit dem zum Beispiel bis zu drei Anzeigen oder Werbespots getestet werden können. Nach zwei Tagen steht die Auswertung in Tabellenform basierend auf Daten von 200 Probanden zur Verfügung.“


Große Flexibilität

Mehrthemenumfragen bieten zudem eine Methodenvielfalt, erklärt Melanie Kötter, Associate Director EmnidBusse bei Kantar TNS: „Ein großer Vorteil der EmnidBusse ist, dass wir mit unseren CATI-, CAPI- und Online- Bussen methodisch enorm breit aufgestellt sind, und daher verschiedenste Anforderungen an das Studiendesign flexibel, kostengünstig und zeitnah abdecken können – unabhängig davon, ob es sich um die ‚schnelle‘ Anfrage einer PR-Agentur oder ein anspruchsvolles Forschungsvorhaben aus dem Sozialforschungsbereich handelt. Als Teil von Kantar TNS bieten wir selbstverständlich auch internationale Omnibusse an. Eine wesentliche Anforderung vieler unserer Kunden.“ Ein neues Bus-Modell hat bei Kantar Fahrt aufgenommen, mit dem das Unternehmen auf Kundenwünsche reagiert: „Unserem bewährten Online-Omnibus, dem iBus, haben wir mit unserem neuen Angebot, dem myBus, ein flexibles ‚Taxi‘ für kleine Online-Untersuchungen zur Seite gestellt, das dem Kunden zusätzliche Flexibilität bei Fallzahl, Zielgruppe und Timing bietet“, so Kötter. Als einen Trend sieht sie, dass „im CATI-Bereich die Mehrzahl der Projekte ‚Dual Frame‘ durchgeführt werden“, also als Kombination von Mobilfunk- und Festnetzstichprobe.


Für jeden etwas

Die Nachfrage nach telefonischen Omnibusbefragungen habe bei GfK seit Jahren kontinuierlich abgenommen, so Klaus Hilbinger, Division Manager, Consumer Insights, DACH, Omnibus & Legal Research. Deshalb konzentriert sich das Unternehmen auf CAPI und Online: „Der GfK CLASSIC BUS überzeugt mit einer ausgewogenen Stichprobe für alle Altersgruppen, einem ‚fresh sample‘ bei jeder Welle und ist auch perfekt geeignet für Umfragen aus dem Bereich der empirischen Rechtsforschung. Der GfK eBUS legt insbesondere Wert auf Schnelligkeit.“ Neben diesen Standardomnibussen bietet GfK eine ganze Reihe von speziellen Zielgruppenomnibussen, etwa für Kinder, Senioren, Energie und PKW. Bei internationalen Omnibus-Umfragen deckt GfK aktuell mehr als 40 Länder ab, erläutert Hilbinger weiter und ergänzt, dass großer Wert auf die Beratung der Kunden gelegt werde – „in allen Studienphasen, von der Entwicklung des Fragebogens bis zur Interpretation der Ergebnisse“.


Auf der sicheren Seite

Auch im Healthcare-Bereich liefern Omnibusse belastbare Ergebnisse. Anja Wenke, Head of DocCheck Research, beschreibt etwa die MediBusse von DocCheck: „Kommunikation im Gesundheitsbereich ist eine sensible Angelegenheit. Unsere MediBusse sind eine kosteneffiziente Lösung, um Kurzbefragungen mit Heilberuflern, zum Beispiel Ärzten oder Apothekern, durchzuführen. Sie werden gern genutzt, um neue Botschaften mit ein paar Fakten zu untermauern.“ Omnibusse sorgen dabei für eine entspannte Fahrt: „Für Branchenfremde sind unsere MediBusse ideal, um mit Hilfe eines vertrauten Vehikels stressfrei ihr Ziel zu erreichen. Sie liefern uns ihre Fragen und wählen die Zielgruppe, wir kümmern uns um die Pharma-Richtlinien und bringen sie hin. Etwa so, wie wenn Sie im ungewohnten Linksverkehr von London kostengünstig und sicher von A nach B kommen wollen. Da nehmen Sie einfach die Tube.“ Und Wenke hebt noch einen weiteren Vorteil hervor: „Alle Heilberufler im DocCheck-Panel sind per Berufsnachweis akkreditiert. Sie sind bei uns also stets auf der sicheren Seite.“


Kostengünstige Forschung

Gerade auch schwer erreichbare Heilberufler will Interrogare mit seinen Mehrthemenumfragen ansprechen: „Seit 2014 bietet Interrogare Healthcare Research monatlich Ärzte- und Apotheker-Omnibusse an, um dem Bedarf an kurzen, kostengünstigen Befragungen in schwer erreichbaren Zielgruppen gerecht zu werden“, so Udo Jellesen, Head of Healthcare Research. Ganz neu im Programm sind sogenannte Patienten-Omnibusse, „in denen wir monatlich Patienten unterschiedlicher Indikationen wie MS, COPD oder HIV bitten, sich zu Themen unserer Kunden zu äußern“. Als großes Plus der Omnibus- Befragungen sieht Jellesen, „dass wir mit diesem Instrumentarium kostengünstig auch nur wenige Fragen schnell und zuverlässig beantworten können und dem Kunden die Ergebnisse durch unser Real-Time Online-Reporting sehr nutzerfreundlich ab dem ersten Erhebungstag zur Verfügung stehen. Damit denken wir die Idee der Mehrthemenumfrage konsequent weiter und organisieren für unsere Kunden eine Erhebungsmöglichkeit, die durch den Kauf von Befragungszeit je Frage überschaubar bleibt und sehr flexibel nutzbar ist.“ Gerade in Zeiten zurückgehender Responseraten insbesondere bei medizinischen Zielgruppen sieht Jellesen das Modell des Omnibusses als „eine Möglichkeit, Forschung weiterhin auch kostengünstig zu ermöglichen“.

Beachten Sie auch die Omnibus-Anbieter auf www.omnibus.research-results.de