Fachartikel

FEB2018
1/2018, Seite 34 | 18-02-34-1

Perspektive 2018

Was die Branche dieses Jahr erwartet – Experten wagen einen Ausblick

Automatisierte Marktforschung, EU-Datenschutzgrundverordnung und ePrivacy, DIY und steigender Kostendruck – welchen Herausforderungen muss sich die Marktforschung im kommenden Jahr stellen und welche besonderen Ziele haben sich die Statementgeber auch privat gesetzt? Die Research & Results-Redaktion hat bei den Branchenexperten nachgefragt.

Research & Results, Perspektive 2018Foto: © Panumas – Fotolia.com
Frank Knapp, Vorstandsvorsitzender, BVM
Die Digitalisierung der Marktforschung, komplexere rechtliche Rahmenbedingungen und die Erreichbarkeit von Befragten bleiben Herausforderungen. Der BVM wird 2018 verstärkt nutzen, um dazu für seine Mitglieder Beratung, Diskussion und Informationen anzubieten.


Christian Brieskorn, Managing Director, Consumerfieldwork
Das Jahr 2018 wird zu mehr Do-it-yourself-Massenabfertigung führen, bei der Kunden von anonymen Massenpanels Stichproben mit eng begrenzten Systemrechten selbst zusammenklicken. Sind die so erhobenen Daten problematisch, so ist der Kunde (scheinbar) selbst schuld. Wir bei Consumerfieldwork stellen uns gegen diesen Trend und nehmen uns auch für 2018 vor, unseren Kunden unsere fachliche Expertise zur Verfügung zu stellen. Unsere Stichprobenzusammenstellungen werden von in Deutschland lebenden Projektleitern mit langjähriger Erfahrung persönlich erstellt und ergeben in aller Regel eine deutlich höhere Datenqualität.


Anja Wenke, Head of DocCheck Research, DocCheck
Im Bereich Pharma- und Healthcare bleibt’s spannend und arbeitsreich. Die Nachfrage nach klassischen Markt- und Werbewirkungsstudien ist anhaltend hoch, getrieben von zahlreichen Produkteinführungen, dem Anstieg von Beyond the Pill-Services und dem digitalisierten Wissenstransfer im Gesundheitsbereich. Hinzu kommt ein experimentelles Interesse an neuen, dialogbasierten Methoden und die Frage, wie man beispielsweise mit chat- oder auch chatbot-basierten Lösungen Instrumente der Insight-Generierung entwickeln kann, die sympathisch und kosteneffizient Heilberufler oder auch Patienten durch den Tag begleiten und ganz neue Dimensionen der Anwenderbeobachtung ermöglichen. Ich bin sehr gespannt, was die nächsten zwölf Monate bringen.


Matthias Helferich, Geschäftsführer, cluetec
Digitalisierung als Schlagwort kennt jeder, mittlerweile ist das Thema vollumfänglich in der Marktforschung angekommen. cluetec als Technologielieferant spürt diese Entwicklung deutlich. Erhebungen und Befragungen im Feld werden vorzugsweise vollkommen digital durchgeführt. Immer häufiger ist die nahtlose Integration unserer multifunktionalen, mobilen Offline-Befragungs- und Erhebungs-App mQuest® in weiterführende Systeme eine fixe Projektanforderung. Medienbrüche werden reduziert und der Mehrwert der Digitalisierung voll ausgeschöpft. Die steigende Nachfrage nach kundenspezifisch ausgeprägten Portalen zur Steuerung der Feldarbeit sowie Auswertung und Visualisierung der gewonnenen Daten bestätigt diese Entwicklung. Wir freuen uns auf ein „digitales“ Jahr 2018.


Zoltán Vasvári, Co-Founder and CEO, DataExpert
In 2018 everyone will continue to talk about innovation and automation in the industry. The key challenge for market research is to build up ecosystems where technology and human expertise can work together, hand in hand in order to deliver efficient and valuable insights. Solely technology cannot solve everything. The industry needs experts behind the machines. DataExpert with advanced services and innovative solutions is the man behind those machines. Our goal is to show how our well-organized operations team can support a growing European economy with European spirit of innovation culture.


Thomas George, Managing Director, DoWell Research
The rapid progress in technology has resulted in a recent shift to DIY market research due to the availability of newer and cheaper platforms that help churn simple data into relevant inputs. This trend could prove to be a plausible threat to the traditional MR industry. However in spite of its pluses, this shift misses out on the opportunity to obtain the expertise of seasoned professionals in the MR organisations. My own personal goal for the year is, swim with the stream and enhance our MR processes by incorporating Artificial Intelligence to obtain accurate and reliable results.


Frank Lüttschwager, Managing Partner, EARSandEYES
Eine der größten Herausforderungen des Jahres 2018 ist sicherlich die EU-DSGVO. Die Branche scheint jedoch darauf gut vorbereitet zu sein, insbesondere da Themen wie Datenschutz und Anonymisierung uns ohnehin kontinuierlich begleiten. Trotzdem wird eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema unerlässlich sein. Auch das Thema „Automatisierte Marktforschung“ wird die Branche weiterhin kontrovers beschäftigen. Unser persönliches Ziel wird dabei die erfolgreiche Weiterentwicklung von kvest. com sein, unserer Self Service-Plattform für standardisierte Testverfahren.


Oliver Weyergraf, Gründer und Geschäftsführer, GapFish
Das Datenvolumen, das aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Quellen verfügbar ist, hat sich enorm erhöht. Beratung und Analyse werden immer wichtiger, um richtige Schlüsse beziehungsweise greifbare Erkenntnisse zu ziehen. Eigene Veränderungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit werden dadurch immer wichtiger, um nicht den Anschluss bei der Digitalisierung zu verlieren. Die Start-up- Landschaft in Berlin bietet ein gutes Umfeld, neue spannende Entwicklungen wie Blockchain sehr frühzeitig kennenzulernen und zu diskutieren. Ich möchte neben dem Kerngeschäft genug Zeit finden, interessante neue Ideen zu entwickeln und/oder kennenzulernen.


Wilhelm Kampik, Geschäftsführer, GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung
Die Marktforschung muss sich so vielen Herausforderungen stellen, dass ich hier nur die wichtigste nennen kann: sich nicht weiter schleichend zu entkernen. Heißt: Konsequent auf Substanz setzen, statt auf zweifelhafte, teils lächerliche Wege zum Erkenntnisgewinn. Den Kunden relevante Forschungsergebnisse liefern. Dann wird mir nicht bange um unsere Zunft. Persönlich habe ich mir vorgenommen, weiterhin mit der nötigen Gelassenheit den lauter werdenden Branchen-Buzz zu ertragen. Und weiterhin unsere Kunden davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, auf seriösen Research zu setzen. Auch wenn die den ein oder anderen Euro mehr kostet als Forschung aus dem DIY-Regal.


Ina Förster, Geschäftsführung, Foerster und Thelen
Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich die zunehmende Digitalisierung, mit ihren komplexen Möglichkeiten, neben den bewährten Standards der klassischen Empirie entwickelt. Auch vor dem Hintergrund, dass uns zunehmender Kostendruck, bei gleichzeitig steigenden Qualitätsansprüchen, die Arbeit als Felddienstleister nicht leichter macht. Wir stellen uns gerne diesen Herausforderungen. Für mich persönlich, als Verantwortliche für Marketing und Vertrieb, ist es stets überraschend, dass selbst langjährige Kunden nur Teilbereiche unseres Leistungsspektrums kennen. Darum ist es für mich immer wieder eine wichtige Aufgabe, hier Informationslücken zu schließen.


Michael Müller, Regional General Manager Central Europe, GfK
Die Marktforschung wird immer stärker durch digitale Megatrends beeinflusst. Auch wenn Künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Co. noch am Anfang stehen, sehen wir bereits jetzt erste Anwendungsmöglichkeiten. Und wir reagieren – proaktiv und mit einem hohen Maß an Agilität auf diese Entwicklungen, um unseren Kunden sehr fokussiert die für sie relevanten Insights zu liefern. Die dafür notwendigen Datenquellen sind zahlreich vorhanden, die sinnvolle Integration bleibt entscheidend. Prescriptive Analytics und Automatisierung sind weiterhin zentrale Themen, für die wir verschiedene Skills zusammenbringen. Eine herausfordernde und zugleich spannende Zeit für die gesamte Branche.


Michaela Brocke, Geschäftsführerin, HEUTE UND MORGEN
In Zeiten beschleunigten Wandels wächst die Relevanz von Marktforschung. Damit verbundene Chancen gilt es, intelligent und selbstbewusst zu nutzen. Statt atemlos auf Datenjagd zu gehen, sind mehr Substanz, denkerische Frische, Urteilsvermögen und Veränderungssensibilität gefragt. Intensiver denn je sollten Marktforscher zuhören: Auftraggebern, Konsumenten und weiteren Marktbeteiligten. Hypes sollten hinterfragt werden. Nur so lassen sich Kernversprechen einlösen: zu orientieren, zu vermitteln, Handlungsperspektiven für die Zukunft zu schaffen. Wir freuen uns auch 2018 auf diese Anforderung.


Michael Herter, Geschäftsführer, infas 360
Auch 2018 wird der Auftrag der Unternehmen an die Marktforschung lauten, relevante Informationen für bessere Marketingentscheidungen zu liefern. Doch wer in Zeiten der Digitalisierung die Informationshoheit für sich reklamieren will, muss viele neue Kompetenzen aufweisen. Gefragt ist vor allem der professionelle Umgang mit allen Arten von Datenquellen und großen Datenmengen – technisch, inhaltlich sowie methodisch. Persönlich habe ich mir vorgenommen, weiterhin Allianzen zu schmieden – national wie international. Die Zukunft liegt in den Netzwerken.


Gert Gutjahr, Inhaber, IFM Mannheim – Institut für Marktpsychologie
Wir werden das nicht-rationale Erfolgsgeheimnis von Märkten, Marken und Werbung psychoanalytisch aufdecken und unseren Kunden zur Unterstützung ihrer Marketingforschung anbieten. Die Beobachtung und kontrollierte Markttests ergänzen die Befragungen, so dass wir das Gap zwischen Verhalten und Meinung der Konsumenten schließen können. Wir wollen die impliziten Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten erkennen und neuropsychologische Algorithmen finden. Im POS-Lab lösen wir Category Management-Probleme. Unsere Marktpsychologie wird auch 2018 für wirksame Marketing-Maßnahmen unserer Kunden sorgen.


Peter Wiegelmann, CEO, Interrogare
Ich denke, die EU-Datenschutzgrundverordnung und die Ergänzung durch die ePrivacy-Verordnung werden große Herausforderungen für unsere Branche. Zudem wird uns im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung auch der Wunsch nach automatisierter Marktforschung weiter umtreiben – wobei ich hier keine Substituierung individueller Projekte, sondern eine sinnvolle Ergänzung sehe. Für Interrogare wird sich der Wachstumskurs, der Ausbau unserer drei Geschäftsbereiche (Marketing Research, Healthcare Research und Research Services) und des Standorts Hamburg fortsetzen. Grundsätzlich liegt aber unser besonderer Fokus, wie auch in den Jahren zuvor, auf der Sicherung von Qualität – sowohl intern als auch bei unseren Dienstleistern.


Marcus Körner, Managing Director, IWD market research GmbH
Nach einer Phase des Sich-Infragestellens und der Unsicherheit, erlebe ich ein wieder stärker werdendes Selbstbewusstsein der Marktforscher. Selten waren der Optimismus und die Zuversicht in unserer Branche so groß wie heute. Zumeist werden die Digitalisierungsthemen verstanden, hinsichtlich ihres Potenzials besser eingeordnet und relevante Lösungen ins Portfolio integriert. Technologien werden darüber hinaus unterstützen, unsere Unternehmensprozesse zu optimieren, dabei helfen, die Datenqualität sicherzustellen und Abläufe zu verschlanken. Für uns sind weiterhin die Themen Spezialisierung und Expertenstatus, Internationalisierung und Innovation die entscheidenden Wachstumstreiber 2018.


Christine Albrecht, Geschäftsführerin, IFF International Research Services
Eine der größten Herausforderungen der Marktforschung im Jahr 2018 ist es, dem Kunden weiterhin eine sehr gute und hochwertige Interviewqualität zu bieten – und dies bei steigendem Kostendruck. Daher ist es unser Ziel und unsere Aufgabe, dem Kunden durch eine klare Transparenz Kostenstrukturen und mögliche Alternativen aufzuzeigen. Ich persönlich habe mir für das Jahr 2018 vorgenommen, zum Ausgleich regelmäßig Sport zu treiben (mal wieder).


Christian Thunig, Managing Partner, INNOFACT AG
Begriffe wie Artificial Intelligence, Big Data oder Machine Learning beeindrucken zwar die Kunden, aber am Ende greifen häufig dieselben Kunden zu den bewährten Methoden. Diese Dinge werden alle kommen und an ihnen arbeiten wir bereits, aber sie kommen längst nicht so schnell, wie immer kolportiert. Praktikabilität und Robustheit zählen im Alltag und daran müssen sich die neuen Entwicklungen messen lassen. Wir sollten nicht zu oft von großer Dynamik und digitaler Transformation schwadronieren und den Entscheidern im Markt mehr Orientierung bieten.


Peter Braun, CEO, Ipsos
Noch mehr smarte Devices erzeugen in unserem Alltagsleben immer mehr Daten über uns (gläserne) Konsumenten. Und immer mehr arbeiten unsere Kunden mit Künstlicher Intelligenz, um diesen Datenschatz besser zu nutzen. Als Marktforscher müssen und werden wir in diesem Prozess als Datenarchitekten und -versteher unsere Positionierung finden. Denn bei allem Hype stellen wir immer wieder fest, dass mehr Daten nicht automatisch mehr Wert liefern. Und ohne ein tiefes Verständnis von Märkten und Konsumenten lässt sich dieser Schatz kaum heben. Weiterhin wird uns in Sachen Datenschutz die Umsetzung der DSGVO beschäftigen. Persönlich möchte ich diese aufregende Zeit mit einem gesunden Mix aus Neugier und Pragmatismus gestalten.


Hartmut Scheffler, Geschäftsführer, Kantar TNS
Schärferen USP als „Menschen- und Datenversteher“ gegenüber der neuen Konkurrenz von SAP bis McKinsey und Start-ups herausarbeiten, die DSGVO umsetzen, die Qualitätsthematik für valide Daten und damit zuverlässige Erkenntnisse und Empfehlungen hochhalten. Persönlich habe ich mir vorgenommen, nach dem Kantar-Relaunch vor knapp zwei Jahren, mehr Marketing-Power und Markensichtbarkeit für die Dachmarke Kantar und die Operating Brands wie Kantar TNS auf die Straße zu bringen … und endlich nach 30 Jahren Anlauf, Urlaub in Schottland zu machen.


Andreas Wittenberg, Head of Sales MRA, EMEA, Lightspeed
Die heutigen Verbraucher hinterlassen immer breitere digitale Fußabdrücke bezüglich dessen, was sie sagen, denken und tun. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, unseren Kunden dabei zu helfen, in diesen Milliarden von Datenprofilen die richtigen, qualitativ hochwertigen Informationen zu finden. Es gilt, große Reichweiten zu realisieren sowie hohe Bandbreiten an Daten bereitzustellen, was über Double Opt In-Panel in Verbindung mit ausgesuchten Daten- und Technologie-Partnerschaften erreicht wird. Und dies natürlich unter genauester Berücksichtigung der immer strikter werdenden Datenschutzgesetze.


Stephan Thun, CEO International, MaritzCX
„Mobile First“ rückt 2018 noch stärker in den Mittelpunkt aller Aktivitäten. Das Crowdsourcing von Feedback und das Internet der Dinge (IoT) sorgen für deutlich mehr Datenpunkte, die zu einem relevanteren Kundenerlebnis im Produkt- und Servicebereich gewinnbringend sowohl für Kunden als auch Unternehmen herangezogen werden können. Auch die Text- und Videoanalyse in Echtzeit wird weiter an Bedeutung gewinnen, um Konsumentenverhalten nicht nur rückwirkend besser zu verstehen, sondern auch zukünftiges Verhalten passgenauer und individuell vorherzusagen. Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Chatbots helfen dabei, die Analysen noch schneller und besser zu machen.


Frank Herzog und Jürgen Glaser, Geschäftsführer, Teststudios Deutschland Gruppe
Als Teststudio-Betreiber sind wir immer bemüht, uns dem Wandel der Zeit und den Kundenanforderungen anzupassen und diese zeitnah umzusetzen. Die Online-Forschung hat die Studiobetreiber seit Jahren unter großen Druck gesetzt und zu Veränderungen der Studiolandschaft beigetragen. Solange es nicht möglich ist, Geschmacks- und Geruchstests online durchzuführen und die Kunden hinter der Scheibe die Gruppendiskussionen live miterleben möchten, wird es die Studiolandschaft auf Dauer am Markt geben. Leider wird dann doch des Öfteren dieses Qualitätsmerkmal der günstigeren Online-Variante untergeordnet. Auch stellen wir eine Seitwärtsbewegung durch eine Zunahme persönlicher In Home-Befragungen, In Office-Befragungen oder am POS fest. Auch Einkaufsbegleitungen durch den Kunden direkt oder durch unsere Interviewer werden immer mehr – Methoden, die wir auch gerne unterstützen, jedoch unsere Studios in diesen Fällen obsolet machen. Eine weitere potenzielle Herausforderung könnten außerdem die stetig steigenden Nutzerzahlen von sozialen Netzwerken und die damit einhergehende Möglichkeit der Befragung über diese Plattformen darstellen. Persönlich blicken wir nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2017 mit großen Erwartungen ins neue Jahr. Ende Februar freuen wir uns, unseren Kunden ein renoviertes Studio in Leipzig präsentieren zu dürfen.


Michael Krämer, Geschäftsführer, Krämer Marktforschung
Wir müssen uns uneingeschränkt auf die Digitalisierung und Automatisierung einlassen. Die Frage, die wir uns jeden Tag stellen und beantworten müssen: Was brauchen unsere Kunden und wie können wir dem Kunden helfen? Denn auch eine digitalisierte, vernetzte und automatisierte Welt lebt von zufriedenen Kunden. Wichtige Fragen bleiben „Insights“ oder einfach auf Deutsch: Wie tickt der Kunde? Und wenn wir das rausgefunden haben, braucht der Kunde kurz und knackig die Informationen, was das für seine Produkte oder seine Prozesse bedeutet. Um den Fragen der Kunden gerecht zu werden, bleibt die Marktforschung die zentrale Profession für diese Fragestellung.


Jörg Kunath, Geschäftsführer und Leiter Competence & Innovation Centre, mindline
In den letzten zwei bis drei Jahren hat sich, gefühlt explosionsartig, die Zahl neuer Technologieanbieter im Umfeld der Marktforschung vergrößert. Eine mögliche Lösung: Neue Technologien „nachbauen“ oder „kaufen“. Unser Ansatz: Wir haben ein Center aufgebaut, das neben Eigenentwicklungen fortlaufend innovative Technologieanbieter sucht, die Einsatzmöglichkeit neuer Tools testet und projektspezifisch die besten Optionen für unsere Kunden auswählt. So arbeiten wir mit Kooperationspartnern an beobachtenden Verfahren wie Passive Metering, Cookie Tracking, Bluetooth Beacons, Facial Coding, impliziten Messverfahren oder Künstlicher Intelligenz.


Thorsten Müller, Senior Sales Consultant, PAYBACK
2018 wird ein herausforderndes Jahr für die Markt- und Sozialforschung. Datenschutzgrundverordnung, 360°-Tracking, immer mobileres Antwortverhalten sind nur einige Buzzwords, welche Einfluss auf die Branche dieses Jahr haben werden. Ebenso sehen wir auf Kundenseite ein immer größer werdendes Verlangen, tiefer in Daten einzutauchen sowie diese vernetzt miteinander betrachten zu wollen.


Klaus Oberecker, Geschäftsführer, MindTake Research
Marktforschung orientiert sich immer am Kunden und geht für uns daher weit über das Durchführen und Auswerten von Befragungen und Interviews hinaus. In unserer digitalen Welt produzieren wir alle mit unseren Devices eine große Menge an Daten, die an unterschiedlichen Orten gespeichert sind und tiefe Einblicke in das Konsumverhalten ermöglichen. Diese Datenquellen zu lokalisieren und intelligent mit Befragungsdaten zu verknüpfen, wird immer wichtiger. Das erfordert aber auch, das eigene Selbstverständnis zu überdenken und interne Skillsets zu erweitern. Wir bei MindTake Research haben bereits vor einiger Zeit mit diesem Transformationsprozess vom Marktforschungsinstitut zum 360° Analytics-Institut begonnen, und diesen Weg werden wir 2018 konsequent weitergehen.


Alexander Ehrl, Geschäftsführender Gesellschafter, plan + impuls
Generell reüssiert meiner Beobachtung nach die klassische Marktforschung gerade in Zeiten von Big Data. Im Bereich Shopper Insights geht es hier vor allem um die Verknüpfung der Aspekte Verhalten (was passiert?) zum Beispiel über Shelf-/Markttests oder Regressionsanalysen und dem Erleben der Shopper (warum passiert es?). Persönlich möchte ich Shopper Research als Erfolgsfaktor für ein Shopper Marketing noch mehr in den Fokus der FMCG-Marketeers rücken. Implizite Methoden sollten hierbei nur eingesetzt werden, wo es wirklich sinnvoll ist, beispielsweise eher im Kontext Marke als im Kontext Kaufentscheidung.


Peter Aschmoneit, CEO und Co-Founder, quantilope
Die größte Herausforderung bleibt die digitale Transformation. Die Marktforschung kann, wenn sie sich zügig transformiert, künftig eine sehr wichtige, noch bedeutendere Rolle einnehmen. Was es braucht, ist Agilität, das ist weit mehr als Schnellsein. Wir begleiten zahlreiche Unternehmen auf diesem Weg mit unserer Agile Insights Software. Unsere Erfahrungen haben wir in dem neuen Agile Insights Praxisguide zusammengefasst. In 2018 launchen wir das neue quantilope, das agiler ist als je zuvor. Damit möglichst vielen tollen Unternehmen zu helfen, agiler zu werden, das habe ich mir vorgenommen.


Robert Dossin, Client Solutions Director, SKIM
In a digitizing world the challenge of market research is to differentiate based on solid actionable insights that drive decision making. For businesses, decision making ranges from short term tactical to long term strategic impact. For consumers decisions differs for complex/extensive vs. habitual/limited decisions. Each of these combinations (ST vs. LT and complex vs. simple) requires different solutions to satisfy clients. For 2018 we see speed and agility of critical importance in the short term/simple quadrant and this also requires us researchers to be more efficient in our solutions.


Markus Meeth, Gründer und Geschäftsführer, QUOVADIS-Teststudios
Auch 2018 wird die Konsolidierung im Teststudiomarkt weitergehen. Davon werden vor allem jene Studios profitieren, die hochwertige und effiziente Leistungen anbieten. Und vielleicht braucht es auch ein wenig Mut, neue Wege zu gehen. Speziell in diesem Jahr ist auch die Überprüfung von Datenschutzstandards ein wichtiges Thema. Aber das ist alles kein Grund zu „jammern“. Denn gute Marktforschung wird immer gebraucht. Wir müssen sie nur gut machen. Mit guten Ideen die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen – das ist unser Geschäft.


Bernd Wachter, CEO, Psyma
Die Herausforderungen im Jahr 2018 werden die gleichen sein, wie wir sie schon aus den vergangenen Jahren kennen: Es muss und wird Umfrageforschung weiterhin gelingen, ihre Existenzberechtigung auch gegenüber neuen Daten- und Erkenntnisquellen unter Beweis zu stellen. Hinzu kommen ein immer komplexer werdendes rechtliches und administratives Umfeld, exemplarisch sei die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung genannt. Psyma wird dank seiner klaren Kunden- und Dienstleistungsorientierung auch 2018 erfolgreich am Markt agieren und weiter wachsen.


Stefanie Abele, Geschäftsführende Gesellschafterin, quotapoint
Es wird in diesem Jahr vermehrt zu Übernahmen und Partnerschaften kommen, Institute werden wachsen, gerade auch länderübergreifend, um sich am Markt zu behaupten. Wir haben bereits 2016 damit begonnen, das Unternehmen gezielt auf die Zukunft des Forschens vorzubereiten. Wir werden auch 2018 innovative Wege gehen, um Vorreiter einer neuen Art von Full Service-Qualitätsanbietern in der Marktforschung zu werden.


Stephan Schmid, Geschäftsführer, Schmiedl Marktforschung
Die zunehmende Bündelung und Konzentration beim Einkauf von Marktforschungsleistungen aufseiten der Auftraggeber, insbesondere in einem reifen Marktforschungsmarkt wie Deutschland, wird zu einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb zwischen Instituten, aber auch Feld- und Studiodienstleistern führen. Um nicht auf den „Preis“ reduziert zu werden, wird es für uns als Servicedienstleister der Institute wichtiger denn je werden, dem Preis ein Servicepaket gegenüberzustellen, bestehend aus breitem Angebotsspektrum – geografisch wie methodisch mit erstklassiger Qualität, höchster Serviceorientierung und innovativer technischer Leistungsfähigkeit.


Otto Hellwig, Vorstand, respondi
Ab Mai 2018 ist die neue Datenschutzgrundverordnung der EU anzuwenden, im gleichen Monat soll auch eine neue ePrivacy-Verordnung in Kraft treten. Beide Verordnungen werden unsere Spielregeln neu bestimmen. Aber weder Gesetze noch der Entwicklungsstand der Automatisierung unseres Geschäfts, sondern der Mensch als Feedbackgeber wird darüber entscheiden, ob wir auch in 2018 erfolgreich Marktforschung betreiben werden. Und gerade im Vertrauen der Menschen zu uns Marktforschern sehe ich den größten Nachholbedarf unserer Branche.


Torsten Bohse, Geschäftsführer, TREND RESEARCH
Social Media, Big Data und technische Messungen liefern quasi automatisch immer mehr verwertbare Daten. Damit „Marktforschung“ hier nicht zur Wert verlierenden Ware wird, muss sie ihren Nutzwert und Mehrwert stärker unterstreichen: Interpretation, klare handlungsleitende Antworten und Herausarbeitung des zentralen Ergebnisses. Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen.

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