Andreas Wittenberg Andreas Wittenberg (GMI): "Die Änderungen bei der Internetnutzung wirken sich auch auf Online-Umfragen aus. Die Nutzung mobiler Endgeräte wurde zu einem beliebten Weg an Studien teilzunehmen und dies wird sich 2014 weiter verstärken. Bereits 30 Prozent der Panelisten registrieren sich in unseren Panels via Smartphone oder Tablet. Daher ist es wichtig bei der Fragebogengestaltung zu mobilen Geräten kompatibel zu sein und eine optimale Befragungserfahrung zu vermitteln. 90 Prozent der bestehenden Trackerstudien müssen voraussichtlich überarbeitet werden, um bestimmte Personengruppen weiter effizient befragen zu können und eine repräsentative Stichprobenstruktur zu sichern."
Ansgar GerlingAnsgar Gerling (Panelbiz): "Im kommenden Jahr werden wesentliche Impulse aus dem Mobile-Bereich kommen. Damit Mobile-Umfragen aber eine echte Innovation und nicht nur klassische Online-Umfragen mit Touch-Funktion sind, muss weiterhin Pionierarbeit geleistet werden. Als zweiten Trend sehe ich das zunehmende Bedürfnis der Kunden nach erfahrenen Dienstleistern, um den hohen Qualitäts- sowie operativen Anforderungen immer komplexerer Studien gerecht zu werden."
Bastian VerdelBastian Verdel (Blauw Research): "Methodisch wird die Integration von Mobile und Research Communities in den Forschungsalltag einen großen Schritt voran gehen. Inhaltlich sehen wir ein steigendes Interesse am Thema Customer Experience Design, nun auch jenseits reiner Dienstleistungsbranchen. Damit rückt der Kunde und die Instrumente der Marktforschung im neuen frischeren Gewand stärker in den Vordergrund des Interessens von Produktmanagern, Marketeers oder gar Experience Designern."
Christian MichaelChristian Michael (SSI): "Befragungsteilnehmer auf Mobilgeräten dürfen künftig in keiner Stichprobe mehr fehlen; sie in eine Gesamt-Stichprobe zu integrieren wird ein wichtiger Trend für 2014. Zwar haben schon einige Anbieter interessante Mobil-Befragungs-Technologien entwickelt, doch damit wurde die grundsätzliche Aufgabe der akuraten und konsistenten Erhebung von Meinungen über alle Methoden hinweg noch nicht gelöst. Erst eine plattformunabhängige Adaption der Umfragen kann dies leisten, hierfür müssen die Marktforscher jedoch auch zur "mobile friendly" Weiterentwicklung des Fragebogen-Designs bereit sein."
David SchefferDavid Scheffer (MassineScheffer, im Bild) und Marcus Dreyer (FGM - Market Insights): "Aufgrund des weltweiten Trends der Individualisierung von Konsumenten wird es immer wichtiger, die quantitative, auf repräsentativen Stichproben beruhende Marktforschung mit der Erforschung der Persönlichkeit von Konsumenten zu kombinieren. Implizite Persönlichkeitstests sind valider als klassische explizite abgefragte Persönlichkeitsitems, weil sie auch die unbewussten Bedürfnisse und Wertehaltungen der Konsumenten messen können. Eine immer individuellere Aussteuerung der Kommunikation und Werbebotschaften wird auch aufgrund des demographischen Wandels dringlicher und aufgrund der technologischen Entwicklung einfacher."
Frank LüttschwagerFrank Lüttschwager (EarsAndEyes): "Natürlich werden die Themen Big Data und Social Media auch weiterhin in aller Munde bleiben, wir denken aber, dass insbesondere das Thema Mobile Marktforschung 2014 besonders wichtig sein wird. Eine nahtlose Integration aller mobilen Endgeräte in die Forschung ist unumgänglich, um dem sich ändernden Nutzungsverhalten der Zielgruppen Rechnung zu tragen und weiterhin beste Forschungsergebnisse gewährleisten zu können. Zudem wird es für die Marktforschung noch wichtiger werden, auf die durch aktuelle Ereignisse gestiegene Sensibilität zum Thema Datenschutz zu reagieren."
 
Hartmut SchefflerHartmut Scheffler (TNS Infratest): "2014 wird das Jahr der Integration: Technische Verhaltensmessung (What) verbinden mit impliziten oder expliziten Einstellungs- und Motivationsmessungen (Why). Social Media Research über die jeweiligen Stärken verknüpfen mit traditioneller Forschung. Digital + Mobile als integrierten Teil gesamtheitlichen Marketings verstehen und erforschen. KPI-Orientierung und trotzdem customized. Automatisierung und Experten-Know-how. Preiswerter + schneller, dabei qualitativ hochwertig. Schlagworte und Hypes (z.B. Big Data) werden zu problemlösenden Anwendungen und Tools. Von den Fragestellungen und Business-Problemen her denken und mit Qualitätsanspruch lösen. Personifiziertes Marketing und generelle, verallgemeinerbare Erkenntnisse. Kurz: Zunehmende Komplexität durch Verknüpfung und Integration reduzieren!"
Holger GeisslerHolger Geißler (YouGov): "Der „radical change“ in der Marktforschungsbranche geht kontinuierlich weiter. Die Welt wird digitaler und globaler, Google immer mächtiger und Big Data immer aussagekräftiger. Gefährlich ist die sinkende Teilnahmebereitschaft in der Bevölkerung z.B. bei telefonischen Umfragen. Die Branche muss sich adaptieren, um nicht unter die Räder zu kommen."
Marc SmaluhnMarc Smaluhn (Research Now): "Primärerhebungen werden zunehmend über die Erreichbarkeit der Studienteilnehmer bestimmt, wobei die Kanäle Online und Mobile weiter zulegen und auch klassische Methoden komplementär ergänzen werden. Bei Research Now setzen wir auf unseren robusten und erprobten Blending-Ansatz, bei dem wir Stichproben aus unseren Online Panels und Social Media kanalübergreifend bereitstellen.  Darüber hinaus sehen wir eine steigende Nachfrage im Healthcare-Bereich, der wir mit unserem Ärzte- und Patientenpanel begegnen. "
Marcus SchatilowMarcus Schatilow (ifak): "Die Digitalisierung wird weiterhin den höchsten Einfluss auf Geschäftsmodell und Wertschöpfungsketten haben. Der Kern des aktuellen Geschäftsmodells und die aktuelle Wertschöpfung sind dabei nicht zu vernachlässigen. 2014 steht man mehr denn je vor der Frage: Welche Funktionen hat die Marktforschung für den Kunden zu erfüllen? Cross Industry-Strategien und die Entwicklung digitalisierter Beziehungen sind für den Marktforscher erfolgsentscheidend, um unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetzwerke – auch mit branchenfremden Partnern – zu knüpfen und den Spagat zwischen Tradition und Zukunft erfolgreich zu gestalten."
 
Martin CyrusMartin Cyrus (IfaD): "Als Institut für angewandte Datenanalyse beobachten wir den Markt aus der Perspektive eines technikorientierten Dienstleisters für Marktforscher. Branchenfremde Riesen wie Google haben die Marktforschung entdeckt. Für viele Mittlere und Kleine ergeben sich daraus der Zwang und die Chance einer Spezialisierung zu serviceorientierteren Dienstleistungen. Alles, was mit Mobilität in der Marktforschung zu tun hat, ist längst nicht mehr ein Trend, sondern Realität. Diese Realität mit Forschungswerkzeugen zu unterstützen, die die Qualitätsanforderungen der Marktforschung erfüllen, ist eine der Herausforderungen in 2014. Und sowohl national als auch international im Trend: die Themen Datenschutz und Datenqualität."
 
Matthias HelferichMatthias Helferich (Cluetec): "Wir haben auf der Research & Results 2013 unser Fachpublik befragt, was sie denken, welche Trends in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen werden. Ein für uns erfreuliches Ergebnis: über 60 Prozent der Befragten wählten u. a. "Mobile Research" aus den vorgeschlagenen Trends aus. Sicherlich ist dieses Ergebnis durch die Zielgruppe an unserem Messestand zu Gunsten der mobilen Forschung ausgefallen. Die Plätze 2 und 3 konnten Gamification (47 Prozent) und (Social) Data-Mining (40 Prozent) für sich beanspruchen, gefolgt von Big Data und mobiler Ethnografie (je 33 Prozent)."

Oliver WeyergrafOliver Weyergraf (GapFish): "Big Data war eines der beliebtesten Small Talk-Themen im letzten Jahr, das meiner Meinung nach sehr interessante Forschungsansätze verbirgt. Das Datensammeln an sich hat wenig Nutzen, eingebettet z.B. in implizite Verfahren und angereichert mit Profildaten eines Panels wie des unseren, können hochinteressante Hypothesen getestet werden, die weit über das Spektrum klassischer Marktforschung hinausgehen. Dies wird sicherlich ein interessantes Themenfeld für Marktforschungsinstitute, da Unternehmen, die das in Eigenregie machen wollen, verstärkt mit strenger werdenden Datenschutzrichtlinien in Konflikt kommen."
Ralf OhnemusRalf Ohnemus  (K&A BrandResearch): "Die zentrale strategische  Herausforderung für 2014 ist der Information Overload der Konsumenten. Viele liebgewordene Methoden funktionieren in diesem Umfeld nicht richig. Welche verlässlichen Insights sollen Gruppendiskussionen liefern, wenn eine Hausfrau in der Gruppe mehr über die Kategorie "hirnt", als in 365 Tagen zusammen?? Das Markenerleben wird zur zentralen Währung im Marketing. Gesteuertes 360°-Marketing ist unbezahlbar, selbst für Megabrands. Der Erfolgsdreisatz: Welche Markensignale funktionieren an welchen Kontaktpunkten mit welcher Effizienz? Wer die Antworten hat, wird gewinnen."
Siegfried HöglSiegfried Högl (GfK): "Die Zukunft der Marktforschung im digitalen Zeitalter wird ganz entscheidend geprägt sein vom erfolgreichen Agieren im Spannungsfeld von Innovation und Vertrauen. Neue Technologien und innovative Marktforschungsverfahren ermöglichen die Erhebung einer nie dagewesenen Datenfülle – oftmals in real-time. Nicht Big Data allein ist dabei entscheidend, sondern deren Vernetzung mit traditionellen Verfahren der Marktforschung um handlungsrelevante Insights generieren zu können. Die Zeit der Silos ist endgültig vorbei. Diese Transformation von Big Data zu Smart Data wird zukünftig die Branche fundamental verändern. Dabei darf aber nicht vergessen werden: Der Rohstoff unserer Branche sind die validen Daten über das Verhalten und die Einstellungen der Konsumenten. Daher wird 2014 ein weiterer Trend entscheidend sein: das Vertrauen der Konsumenten in unsere Arbeit und das Vertrauen unserer Kunden in die erhobenen Daten und die generierten Insights."
Stephan GrünewaldStephan Grünewald (rheingold institut): "Angesichts der gefühlten Zeitenwende und der Zukunftsunsicherheit der Verbraucher ist die Branche mehr denn je gefordert, gesellschaftliche Trends zu erkennen und zu verstehen. Wie können Marken Orientierung bieten angesichts einer Vielzahl von Medien und Verkaufs-Kanälen? Hier werden von der Marktforschung klare Szenarien und Handlungsempfehlungen erwartet. Zudem führen Big Data, CoCreation und social networks zu einer nie gekannten Informations- und Inspirationsfülle. Aufgabe der qualitativen-psychologischen Marktforschung wird es daher sein, die zentralen Treiber, Motivatoren oder Erfolgsfaktoren in den Märkten zu analysieren und zu identifizieren."
Stephan SchmidStephan Schmied (Schmiedl Marktforschung): "Die zunehmende Angebotskonzentration durch Fusionen und Akquisitionen der Marktforschungsinstitute, insbesondere in einem reifen Marktforschungsmarkt wie Deutschland, wird zu einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb zwischen den Feld- und Studiodienstleistern führen. Um nicht auf den "Preis" reduziert zu werden, wird es für uns als Servicedienstleister der Institute wichtiger denn je werden, dem Preis ein Servicepaket gegenüber zu stellen, bestehend aus breitem Angebotsspektrum – geografisch wie methodisch, erstklassiger Qualität und technischer Leistungsfähigkeit."
 
Stefan ThunStephan Thun (Maritz): "Die Digitalisierung hat immer stärkeren Einfluss darauf, wo wir Daten erheben können, wie wir Zugriff auf Befragungsteilnehmer erhalten, wie wir einen Dialog mit Befragten führen und wie wir Daten z.T. in Echtzeit auswerten und berichten können. Überdurchschnittlich wachsen werden Institute, die es schaffen, eine zunehmende Datenflut intelligent zu verknüpfen und durch smarte Synthese gepaart mit Branchenkenntnis und Beratungskompetenz effektive Entscheidungshilfe für ihre Kunden zu liefern. Das bedeutet für viele Institute, auch strukturelle Änderungen vorzunehmen, um sich vom Datensammler zum Berater zu wandeln."
Thomas SchindlbeckThomas Schindlbeck (Happy Thinking People): "Big Data und Social Media-basierte Research-Ansätze werden wohl auch 2014 die Buzz-Words der Branche sein. Wir erwarten – und hoffen auf – einen Shift der Diskussion weg von der reinen Faszination am Machbaren hin zu Fragen der Validität, der Analyse und des tieferen Verständnisses. Schon 2013 hatten wir einen Trend hin zur Verschränkung klassischer und Web-/Mobile-basierter Studiendesigns, dieser wird sich mit Sicherheit im neuen Jahr noch verstärken. Wir freuen uns darauf, diese Interaktion gibt neue Impulse, von denen das gesamte Portfolio unserer Methoden profitiert."
Uwe StüveUwe Stüve (GESS): "In der technologischen Entwicklung der Marktforschungsbranche verzeichnen wir zwei grundlegende Entwicklungstrends, die vertikale und die horizontale Integration. Vertikal verstehen wir als Stadien-übergreifend im Forschungsprojekt. Idealerweise steuert eine einheitliche Anweisungssprache den Befragungsinhalt und die Filterführung in der Erhebungsphase und anschließend die Auswertung: One script fits all. Horizontale Integration beschreibt bei Marktforschungsprojekten die Einbindung verschiedenster Erhebungskanäle und Plattformen (CATI, CAPI, CAWI) bei gleichzeitig internationaler und mehrsprachiger Flexibilität: One script runs everywhere."