„Individualisierte Professionalität" erklärt Ute Rademacher, Geschäftsführerin von Colibri Research, als wichtigen Trend bei Studios für qualitative Studien. Ihre Kunden stünden oft unter hohem Zeitdruck und benötigten kompetente Forschungspartner auch im Studiobetrieb, die Ihnen das anstrengende Forscherleben leichter machen. „Hier beobachte ich immer speziellere Angebote von Studios, die mit Engagement und eigener Handschrift unseren Wünschen begegnen", so Rademacher weiter.
Ottmar Franzen, Geschäftsführer bei Konzept & Markt, ist hingegen der Meinung, dass die wichtigsten Trends in einer immer perfekteren Ausstattung der Studios liegen. „Zunehmend werden großzügige Kundenlounges mit Rückzugs- und Arbeitsmöglichkeiten geboten. Dabei geht die Schere zwischen Top-Qualität und einfacher ,Grundausstattung' weiter auseinander. Kooperationen beziehungsweise Verbünde von Studios nehmen zu. Sie erleichtern die Abwicklung von Projekten an verschiedenen Teststandorten".
Auch Torsten Melles, Mitglied der Geschäftsführung von Nordlight Research, sieht den Zusammenschluss von Teststudios als zukunftsweisend: „Für den wichtigsten Trend halte ich die überregionale Vernetzung von mehreren Studios. Damit wird es möglich, schnell und effektiv auch größere Stichproben face-to-face zu befragen und gleichzeitig die technische Ausstattung von Studios (schnelle Internetanbindung, Geräte wie Eyetracker, Beobachtungsmöglichkeit) zu nutzen".
Es lebe die Technik
„Neben den Standardservices sollten Teststudios über ein technisches Equipment verfügen, das dem Kunden Setups erlaubt, bei dem mehrere Probanden simultan an schnellen Rechnern Internet- und Videoapplikationen testen können", sagt Rüdiger Arndt, Projektleiter Qualitative Marktforschung bei Ears and Eyes. Außerdem sei es von Vorteil, wenn die Möglichkeit bestehe, Fokusgruppen und Einzelinterviews per Livestream via Internet als externer Beobachter mitzuverfolgen, so Arndt weiter. Uwe Murglat, Geschäftsführender Gesellschafter der Konkret GmbH, setzt ebenfalls auf Online-Forschung. So macht er den aktuellsten Trend im „Einbinden von flexiblen Online-Lösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen der Kunden wie Video-Streaming und virtuelle Gruppendiskussionen bei einem schlanken Kostenrahmen" aus.
Dass der Trend grundsätzlich verstärkt in Richtung modernes Equipment geht, meint auch die Geschäftsführerin von Eye Square, Sabrina Duda. „Der wichtigste aktuelle Trend ist meiner Ansicht nach professionelle Datenaufzeichnung nach neues tem technischen Stand. Dies setzt die Verfügbarkeit entsprechender Geräte voraus. Der Trend geht zunehmend in Richtung Eye Tracking-Studien".
Vito Nuzzi von Infomark Research hält eine moderne technische Ausrüstung mit „Eye Tracking-Systemen oder hoch qualitativen Audio- und DVD-Videoaufnahmen für Gruppendiskussionen" zukünftig ebenfalls für wichtig, „um der Nachfrage nach CAPI-CATI-Online-Services zu entsprechen", erläutert Nuzzi.
Im Wohnzimmer der Befragten
Sabine Wittig, Fieldmanagerin bei Ipsos, geht davon aus, dass Inhome-Interviews an Bedeutung gewinnen werden: „Das zunehmende Interesse unserer Kunden, näher an ihren Konsumenten und deren Erlebniswelten zu sein, führt zu immer größerer Nachfrage von ethnographischen Interviews und Gruppendiskussionen in ,Wohnzimmeratmosphäre'. Studios, die sich auf diesen Trend eingestellt haben, sowohl eine Rekrutierung von Teilnehmern für Inhome-Interviews leisten als auch Studioräume mit Wohlfühlambiente anbieten, sind dabei die Sieger im Rennen um die Gunst unserer Kunden".
Für Mirjam Fürtjes, Geschäftsführerin, der Mediascore GmbH, besteht die größte Herausforderung der Zukunft in der Qualität der Rekrutierung: „Die Nachfrage nach immer spezielleren Zielgruppen steigt. Damit erhöhen sich auch die Anforderungen an den Prozess der Rekrutierung. Hier sind neue Ideen und Ansätze gefragt, die eine hohe Qualität der Probandenauswahl sicherstellen und dem Bedarf an exklusiven Testgruppen Rechnung tragen".
