Große Markennamen mit hohem Prestigefaktor und außergewöhnlichem Produktdesign scheinen in den letzten Jahren den Notebookmarkt zu dominieren. Doch eine aktuelle Studie der Heidelberger GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung im Auftrag von Logitech, zeigt, dass die Mehrheit der Notebook-Besitzer beim Kauf primär auf das Preis-/Leistungsverhältnis achtet. Marke und schönes Design sind nur für einen kleinen Teil der Käufer ausschlaggebend, um ein bestimmtes Notebook zu wählen. Doch auch wenn die Treiber der Kaufentscheidung insgesamt recht klar und homogen sind, lassen sich bei detaillierter Betrachtung ganz unterschiedliche Notebook-Nutzertypen identifizieren.

Sechs verschiedene Notebook-UsertypenAuf Basis der individuellen Einstellungen zu Technikthemen, Trends, Marken, Design, Qualität und der Affinität zum Internet konnten mittels einer Clusteranalyse sechs verschiedene User-Typen identifiziert werden, die sich deutlich in ihren Einstellungen zum Notebook und in ihrem Nutzungsverhalten unterscheiden. Jeder dieser Typen hat eigene Ansprüche an sein Notebook, verwendet es in unterschiedlichen Situationen und nutzt, neben den Standardanwendungen E-Mail und Surfen, verschiedene Online-Angebote. Auch hinsichtlich des Einsatzes von Peripheriegeräten zeigen sich deutliche Unterschiede. Einigkeit herrscht nur hinsichtlich der externen Maus: Fast alle besitzen dieses „Must-Have" (87 Prozent), das für erhöhten Arbeitskomfort steht.

Der SimplifyerDas Notebook muss vor allem preiswert sein und ohne Probleme funktionieren. Die dahinter stehende Technik ist weitgehend uninteressant, nur der Internetzugang darf nicht fehlen." Beinahe ein Viertel aller Notebookbesitzer (23 Prozent), darunter signifikant mehr Frauen als Männer, vertreten diese Meinung. Der typische „Simplifyer" wartet bei technischen Geräten lieber ab, bis sie sich in der Praxis bewährt haben und achtet zudem auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Da das Notebook für ihn ein reiner Gebrauchsgegenstand ist und hauptsächlich zu Hause verwendet wird, sind Marke und Design eher zweitrangig. Das Internet ist für den Simplifyer ein wichtiger Bestandteil des Alltags und Informationsquelle. Neben der Maus kommen häufig auch ein Headset und eine Webcam zum Einsatz.

Der Smart-BuyerDie Notebookbesitzer vom Typ Smart-Buyer (19 Prozent) sind größtenteils männlich. Der Smart-Buyer weiß genau was er will und scheut keine Zeit und Mühe, das optimale Angebot zu recherchieren. Er erwartet bei seinem Notebook ein Maximum an Funktionalität und Qualität zu einem möglichst günstigen Preis. Dafür wird das Internet als Informationsquelle genutzt sowie Testberichte und Empfehlungen in Fachzeitschriften vor dem Notebook-Kauf konsultiert. Wenig überraschend ist, dass der Smart Buyer mit seinem technischen Interesse auch als Berater im Freundeskreis für aktuelle Trends auserkoren wird. Wie bei der Maus, die für den Smart-Buyer zum komfortablen Arbeiten mit dem Notebook dazu gehört, setzt dieser Nutzer-Typ auch bei allen anderen Peripheriegeräten in besonderem Maße auf Funktionalität. Die Marke von Tastatur, Headset, Lautsprecher oder Webcam spielt für den Smart-Buyer keine Rolle.

Der Basic-UserDer weibliche und meist etwas ältere Basic-User interessiert sich nicht für technische Details: einfache Bedienbarkeit und Funktionalität sind für ihn entscheidend, Marke und Design spielen keine Rolle. Dieser Usertyp vergleicht keine Preise im Internet, sondern setzt auf die persönliche Beratung im Freundes-/ Bekanntenkreis und im Fachhandel. Charakteristisch für diese 19 Prozent der Notebooknutzer ist auch die deutlich geringere Affinität zum Medium Internet, das höchstens für die E-Mail-Kommunikation genutzt wird. Auch insgesamt ist die Nutzungsfrequenz des Notebooks unter den Basic-Nutzern geringer. Das Spektrum der Peripheriegeräte spielt, mit Ausnahme der Maus, nur eine untergeordnete Rolle.

Der Marken-FanDer Marken-Fan, der einen Anteil von 15 Prozent aller Notebookbesitzer ausmacht, setzt auf den guten Namen seines Notebooks und ist bereit, dafür auch einen höheren Preis zu bezahlen. Für diesen Usertyp bietet die Marke des Notebooks zum einen eine Garantie, dass seine hohen Qualitätsansprüche erfüllt werden und zum anderen einen gewissen Prestige-Effekt. Um dieser Rolle als Statussymbol gerecht zu werden, müssen neben der Marke auch das Design, die technischen Features und die Zusatzfunktionen etwas repräsentieren. Das Internet nimmt einen bemerkenswerten Teil seines Lebens ein. Webcam, Headset und auch Lautsprecher sind daher wichtige Peripheriegeräte, die der Marken-Fan auch in der Online-Kommunikation häufig einsetzt.

Der Technik-FreakDie starke Affinität zu Technik und Trends ist charakteristisch für den Technik-Freak (15 Prozent). Dieser überwiegend männliche Usertyp weiß immer genau was gerade neu und „in" ist und schöpft das Nutzungsspektrum des Notebooks voll und ganz aus. Entsprechend hohe Anforderungen stellt dieser User-Typ an die technische Ausstattung und Leistungsfähigkeit seines Notebooks, was auch mit einer relativ hohen Preisbereitschaft verbunden ist. Ein ansprechendes Design und eine attraktive Marke gehören selbstverständlich dazu. Der Technik-Freak ist fast ständig online und hat sein Notebook nach Möglichkeit immer dabei. Daher achtet er auf Größe, Gewicht, Ergonomie und Optik bei Notebook und Zubehör. Nicht nur Lautsprecher, Headset und Webcam, sondern auch eine separate Tastatur und Notebookhalterungen sind für diesen User-Typ von Interesse.

Der Design-AfficionadoFür den sechsten und zahlenmäßig kleinsten User-Typen (neun Prozent), stehen äußere Faktoren wie Optik, Material und Ergonomie des Notebooks und Zubehörs an erster Stelle - gerne auch zu einem höheren Preis. Dieser Design-Afficionado ist zwar an Technik interessiert und gehört auch zu den Ersten, wenn es um neue Technik-Gadgets geht, die konkreten Funktionsweisen sind jedoch eher nebensächlich. Der Design-Afficionado sieht wie der Marken-Fan das Notebook als Statussymbol und setzt bei einer Marke hohe Qualität und technische Ausstattung voraus. Die Affinität zu Peripheriegeräten ist sehr ausgeprägt.

Preis ist entscheidendZusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Versuch, den Verbraucher mit mehr Schein als Sein zu blenden, eher selten glückt: Für den Basic User, den Simplifyer und den Smart-Buyer, die zusammen 61 Prozent der Notebook-Nutzer ausmachen, ist der Preis sogar das Top-Kriterium beim Kauf eines neuen Notebooks. Die restlichen 39 Prozent der Notebookbesitzer (Marken-Fan, Technik-Freak und Design-Afficionado) sind zwar bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, letztendlich muss aber auch bei Ihnen das Preis-/Leistungsverhältnis stimmen. Die höhere Preisbereitschaft ist an die Erfüllung ihrer höheren Ansprüche an Qualität und Optik gebunden.