Vom 26. bis 28. März ist es wieder soweit - die Welt der universitären und kommerziellen Online-Forschung konzentriert sich auf einen Punkt, und das ist in diesem Jahr Leipzig. Zum neunten Mal öffnet die GOR (General Online Research) ihre Pforten, zum ersten Mal in den neuen Bundesländern. „Leipzig ist eine pulsierende Stadt mit bewegter Vergangenheit", meint der D.G.O.F.-Vorsitzende Olaf Wenzel. „Die GOR passt hier als Forum für innovative Entwicklungen im Rahmen der Online-Forschung - wie ich finde - besonders gut hin."

Auch Martin Welker, D.G.O.F.-Vorstand und bei der Universität Leipzig für die lokale Organisation verantwortlich, freut sich über die Wahl des Tagungsortes. „Modernes und Historisches liegen hier eng beieinander", erläutert Welker. „Die Medienstiftung der Sparkasse unterstützt die D.G.O.F. mit ihrem neuen, futuristischen Campus - die Räume wurden im Herbst 2006 eingeweiht. Das Gohliser Schlösschen als zweiter Tagungsort hingegen wurde schon von Schiller als Konzerthaus geschätzt." Interessierte können auch Schillers nahe gelegenes Haus in Leipzig Gohlis besichtigen.

„Was als überschaubare Veranstaltung 1997 in Köln begann, hat sich mittlerweile als größte internationale Fachkonferenz und Kongressmesse zum Thema Online-Forschung etabliert", beschreibt Olaf Wenzel die Bedeutung der GOR. „Dass ich mir ein umfassendes Bild über den Stand der Online-MaFo und Software machen konnte", schilderte denn auch im vergangenen Jahr ein Besucher sein GOR-Erlebnis und ein anderer lobte die Mischung aus Praktikern, Methodologie und Sozialwissenschaft.

Internationales Publikum
Ende Januar verzeichneten die Veranstalter bereits mehr als 200 Anmeldungen. „Die G.O.R.07 ist eine Konferenz, die gerade betriebliche Marktforscher sich nicht entgehen lassen sollten", appelliert Stefan Althoff, Marketing Research Manager bei der Lufthansa Technik AG (LHT), an seine Kollegen. Die Online-Anmeldung (www.gor.de) ist weiterhin möglich, wobei teilweise Rabatte auf den Eintrittspreis eingeräumt werden, etwa für D.G.O.F.-Mitglieder und Besucher aus universitären Einrichtungen. Insgesamt werden etwa 400 Teilnehmer aus über 20 europäischen und außereuropäischen Ländern erwartet.

Das Programm der GOR07 besteht aus 134 Beiträgen, vier Workshops und zwei Paneldiskussionen und gibt nationalen und internationalen Praktikern und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Forschungen und Aktivitäten im Bereich Online einem Fachpublikum vorzustellen. Beispielsweise werden Lufthansa-Forscher Stefan Althoff und der topcom-Projektmanager Udo Dumke die Ergebnisse ihres gemeinschaftlichen Projektes „Magnitude Estimation Scaling Online" präsentieren. In einer unternehmensweiten Onlinestudie der LHT wurden dazu zwei Methodentests eingebunden.

Grundsätzlich geht es auf der GOR sowohl um methodische Beiträge zur Online-Datenerhebung als auch um inhaltliche Beiträge zu verschiedenen aktuellen und klassischen Themen der Onlineforschung, erläutert Uwe Matzat von der Technischen Universität Eindhoven als Vorsitzender des Programmkomitees. „Gleichzeitig gibt es aber eine gemeinsame Klammer bei den Forschern der GOR-Community: Im Vordergrund steht theoretisch-empirische Forschung, die problem- und ursachenorientiert ist", betont Matzat, der wie schon in den vergangenen Jahren auf der GOR07 deutliche inhaltliche Schwerpunkte sieht. Durchgängig „ist die wachsende Bedeutung von so genannten ,Web 2.0'-Themen". Weitere Schwerpunktthemen seien die Datenerhebung in Onlineumgebungen sowie Online-Communities und soziale Netzwerke.

Spannende Podiumsdiskussionen erwartet Olaf Wenzel. „Eine der Diskussionen dreht sich um die in Bewegung befindlichen Rahmenbedingungen für den Nachrichtenjournalismus", kündigt Wenzel an. Martin Welker sieht dabei eine zunehmende Schnittmenge zwischen Journalistik, Informatik und Online-Forschung. „Das Internet verändert mit großen Schritten den klassischen Journalismus - nicht nur in Bezug auf das Medium, auch auf dessen Methoden", stellt Welker fest und fügt hinzu: „Und à propos Medium: Die Online-Medien und Online-Werbung boomt, das freut auch die Online-Journalisten." In der zweiten Podiumsdiskussionsrunde wird ein Blick auf die zukünftige Entwicklung der Software für Online-Befragungen geworfen. Darüber diskutieren führende Vertreter von Online-Survey-Software und Statistik-Software. „Besonders positiv ist, dass sich auf den GOR-Konferenzen eine Themenpalette etabliert hat, die dafür sorgt, dass Probleme mit hinreichender Tiefe analysiert werden, die aber gleichzeitig auch neue Entwicklungen innerhalb der Onlineforschung aufgreift und vorantreibt", charakterisiert Uwe Matzat das Programmangebot.

Mehr als 20 Aussteller und Sponsoren Über 20 Unternehmen der Branche unterstützen die GOR als Aussteller oder Sponsor, bilanziert Olaf Wenzel erfreut. Dabei sei die gesamte Bandbreite der Zunft von Full-Service-Instituten über Online-Panels bis zu den Softwarehäusern vertreten. „Eine gute Gelegenheit, sich die neuesten Tools einmal live demonstrieren zu lassen, Kontakte zu knüpfen oder einfach mal die Menschen persönlich kennen zu lernen, mit denen man bereits im Tagesgeschäft auf elektronischem oder telefonischem Wege in Berührung gekommen ist", empfiehlt Wenzel und verheißt Studienabgängern auf der Suche nach einem Job in der Online-Forschung gute Chancen, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Überhaupt sei die GOR schon immer der Szene-Treff gewesen. „Wir freuen uns auf eine anregende, interdisziplinäre Tagung", betont Martin Welker, „und natürlich auf eine coole GOR-Party".