Was Konsumenten freut, lässt oft auch Marktforscherherzen höher schlagen, zumindest die von Teststudio-Betreibern. Denn sie brauchen Frequenz zur Rekrutierung und gute Erreichbarkeit für eingeladene Probanden. In der Regel gewährleisten das Shoppingmeilen in großstädtischen Innenstadtlagen wie die Kölner Schildergasse, die mit 190.000 - in der Regel kaufwilligen - Passanten täglich einen europäischen Spitzenplatz beansprucht. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Studio-Betrieb sollten hier also stimmen.

„Nach fast zwanzig Jahren Branchenerfahrung hatten wir den Anspruch, ein perfektes Studio zu bauen", blickt Quovadis-Chefin Ute Wetzlar zurück. Denn sie wollte erreichen, dass sich Konsumenten nirgendwo sonst in angenehmerer Atmosphäre befragen ließen - eine durchaus anspruchsvolle Messlatte also. Nach knapp zwei Jahren am Markt hat man jetzt gemeinsam mit dem Göttinger Institut für Sensorikforschung die zweite Etage eröffnet. „Das zeigt, wie gut das Konzept angenommen wird", meint Wetzlar weiter. Der Markt sei in Bewegung und die Zeiten unattraktiver Studios in schmuddeligen Seitenstraßen endgültig vorbei. Wetzlar beobachtet, dass immer kleinere und hybride Zielgruppen die Anforderungen der Marktforscher an professionelle Dienstleistungen von Teststudios steigen lassen. Dieser Erkenntnis folgend, haben die Quovadis-Geschäftsführerin und ihr Partner Markus Meeth die Chance genutzt, zwei komplette Etagen mit 850 Quadratmetern an der Kölner Schildergasse gegenüber des Kaufhofs an den Arbeitsabläufen der Feldarbeit auszurichten.

Man habe viel Wert darauf gelegt, das Studio minimalistisch-stilvoll auszustatten und dabei auf Rot und Nußbaum als Quovadis-Farben gesetzt, rekapituliert Ute Wetzlar. Als zentrale Anlaufstelle fungiert der großzügig ausgelegte Empfangsbereich. Die Produkttestplätze und ein groß dimensioniertes Testregal sind im vorderen, lebhaften Teil des Studios untergebracht. Lounge-Bequemlichkeit finden die Kunden dagegen im hinteren, ruhigeren Teil, wo auch die Gruppendiskussions- und Beobachtungsräume liegen. „Wir signalisieren unseren Kunden damit, dass wir ihre Bedürfnisse vorhersehen", erklärt Wetzlar ihre Philosophie. Dies gelte für internationale Auftraggeber genauso, wie für kleinere oder weniger erfahrene Kunden, denen man gerne mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Prozesse optimiert

„Wir wollten vermeiden, dass sich dabei das Mehr an Service auf die Preisgestaltung niederschlägt", betonen die Quovadis-Gründer. „Deshalb haben wir von Anfang an Prozesse optimiert." Ein Beispiel sei eine webbasierte Datenbank, in die sich Testpersonen eintragen und ihr Profil aktualisieren können. Bewusst wurden auch die 15 Arbeitsplätze des Call Centers in die Studioräume integriert. „Das steigert die Motivation", so Wetzlar, erleichtere aber auch regelmäßige Schulungen und die Qualitätskontrolle.

Der Standard bei Quovadis, die zentrale Lage und das umliegende Potenzial an Unternehmenskunden haben offenbar auch Professor Andreas Scharf vom Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung (ISI) überzeugt. "Die Kooperation mit Quovadis", stellt Scharf im Interview fest (siehe Seite 41), habe „die Entscheidung für ein Engagement in Köln leicht gemacht". Die Gründer Wetzlar und Meeth hatten zwar nicht unbedingt auf so schnelle Expansion gesetzt, zeigen sich aber - nicht weiter überraschend - außerordentlich angetan von der Kooperation: „Wenn der Markt in Bewegung ist, muss man eben handeln."

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