RR: Herr Smaluhn, warum hat Research Now eine Filiale in Deutschland aufgemacht?

Smaluhn: Research Now verfügt über 900.000 aktive Panelteilnehmer in 19 Ländern, davon 118.000 im deutschen Panel. Als internationaler Anbieter wollen wir unseren Kunden den bestmöglichen Service mit Ansprechpartnern und Kompetenz vor Ort bieten. Wir wenden uns dabei nicht nur an die „Global Player", sondern ermöglichen auch mittelständischen Marktforschungsinstituten eine erfolgreiche Durchführung von Online-Projekten.

RR: Der Wettbewerb in der Online-Marktforschung ist hierzulande gelinde gesagt lebhaft. Herrscht Preiskrieg in Deutschland?

Smaluhn: Wie in jedem anderen Markt gibt es sicherlich Anbieter, die sich über den Preis definieren. Projekte, die quasi jeder Panelanbieter bedienen kann, gekennzeichnet durch hohe Inzidenzen und einfach erreichbare, online-affine Zielgruppen, sind da betroffen. Da der Markt zunehmend reifer und die Anforderungen komplexer werden, reichen simplistische Ansätze allerdings nicht mehr aus. Die Marktforschungsinstitute am deutschen Markt sind unter anderem deswegen erfolgreich, weil sie bei der Auswahl ihrer Geschäftspartner auf Qualität achten. Research Now steht für hohe Qualität zu wettbewerbsfähigen Konditionen - und das in allen Segmenten.

RR: Mit Verlaub - das sagen auch andere von sich. Wie manifestiert sich dieser Qualitätsanspruch konkret?

Smaluhn (lacht): Nun, nehmen wir zunächst als Indiz die durchgeführten Projekte und das Feedback unserer Kunden. Ich möchte Ihnen aber einige konkrete Maßnahmen nennen: Unsere Panels sind stark profiliert und so groß, dass wir Zielgruppen gut eingrenzen können, ohne die Panels zu überlasten. Die Profilierung ist international durchgängig, so dass wir auch grenzüberschreitend konsistente Ergebnisse erhalten. Die Richtlinien zum Panelmanagement werden strikt eingehalten. Wir nehmen unsere Panel-Teilnehmer ernst und halten unsere gegebenen Versprechen. Die Qualitätsarbeit beginnt mit der Projektbeschreibung und unserer Analyse zur Durchführbarkeit. Wenn Sie das im Griff haben, erwachsen Ihnen hieraus später auch keine Probleme.

RR: Wie gehen Sie das Geschäft in Deutschland an?

Smaluhn: Wir haben von Anfang an bewusst unsere hohe Qualität und Serviceorientierung in den Mittelpunkt gestellt, ganz nach dem Motto: Wenn Research Now ein kompetenter Geschäftspartner für schwierige Projekte ist - zum Beispiel mit niedriger Inzidenz, starker Quotierung oder geographischer Ausprägung - dann vertraut man uns auch die volumenstarken und internationalen Projekte an. Dieser vertrauensbildende Ansatz wird von unseren Kunden mit entsprechenden Folgeaufträgen honoriert. Ich bin dann zufrieden, wenn unsere Kunden es sind - im Moment ist das so, und wir setzen alles daran, dass es auch so bleibt.

RR: Was sind Ihre konkreten Ziele?

Smaluhn: Research Now wird am deutschen Markt eine feste Größe sein und mittelfristig eine führende Rolle einnehmen. Wichtig ist mir, neben aller Internationalität die Anforderungen des deutschen Marktes zu berücksichtigen. Eine unserer Stärken liegt neben Ad-hoc-Studien in der Durchführung von Tracking-Studien. Hier möchten wir noch deutlich zulegen.

RR: Stichwort Internationalität: Wie ist Research Now da positioniert?

Smaluhn: Als Qualitätsanbieter von Online-Felddienstleistungen. In Großbritannien ist das Unternehmen klar die Nummer Eins, und wir bauen unsere Präsenz in Europa, Amerika und Australien nachhaltig aus. Mit Charles Pearson für die USA und Jason Buchanan für Australien konnten wir Topleute gewinnen.

RR: Können Sie uns etwas zu den übergeordneten strategischen Zielen sagen?

Smaluhn: Auf unserer Internationalität bauen wir weiter auf, und zwar vornehmlich durch organisches Wachstum. Während wir problematische Fusionen am Markt beobachten, fühlen wir uns in unserer Strategie bestätigt. Wir wachsen kontrolliert schnell. Dabei ist es wichtig, die Projekte in gleichbleibend hoher Qualität durchzuführen, gleichzeitig aber die Flexibilität gegenüber unseren Kunden zu gewährleisten. Unsere Organisation ist dementsprechend ausgerichtet. Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Zu jedem Spezialthema verfügt Research Now nach dem Vorbild von Unternehmensberatungen über ausgewiesene Expertenteams mit Tiefenwissen. Die Projektteams sind in flexiblen Einheiten organisiert, die die Projekte unserer Kunden von A bis Z kennen. Wir setzen hier ganz bewusst auf den Faktor Mensch und nicht auf Fließbandproduktion.

RR: Wie stellt sich dieser Faktor Mensch und die Infrastruktur den Kunden in Deutschland dar?

Smaluhn: Die Mitarbeiter bei Research Now sind in Fragen der Marktforschung bewandert und sprechen die Fachsprache unserer Kunden. Das Team in Deutschland bauen wir weiter aus, momentan mit Positionen in Projektmanagement und Kunden-Service. Mit unseren Servicezentren in London, den USA und Australien können wir internationale Projekte rund um die Uhr betreuen. Unsere Panels sind in gleicher Weise strukturiert und werden von landeskundigen Panel-Managern administriert. Für die IT-Unterstützung verfügt Research Now über ein eigenes Tochterunternehmen, das die Infrastruktur betreibt. Technisch setzen wir neben einem hochmodernen Panelmanagement-System auf die Programmierlösung Confirmit, die uns auch bei äußerst komplexen Aufgabenstellungen gute Dienste leistet. Das Rechenzentrum erlaubt, viele Umfragen gleichzeitig durchzuführen, so dass es auch bei hohen Fallzahlen und hoher Nebenläufigkeit nicht zu Engpässen kommt.

RR: Machen Sie Ihren Kunden auch neue oder ungewöhnliche Angebote?

Smaluhn: Research Now bietet neben Online-Panels und Programmierung auch spezielle Dienstleistungen für die Marktforschungsinstitute an. Hierzu gehören der Aufbau und Betrieb dedizierter Panels, bei denen wir die Marke Research Now nicht in den Vordergrund stellen, Online-Rekrutierung für Offline-Projekte, Spezialpanels wie Business-to-Business, Medien, Healthcare oder Automotive. Ein weiterer Aspekt ist unser Angebot des One-Stop-Shoppings. Wir fungieren als ein Ansprechpartner für die Marktforschungsinstitute und übernehmen die Koordination mit Partnern und Dienstleistern. Dies gilt insbesondere für internationale Projekte in Ländern, in denen wir keine eigenen Panels betreiben, oder fallweise für die Koordination der Logistik bei In-Home-Usage-Tests.

RR: Warum sollte ein Kunde Ihrer Meinung nach mit Research Now arbeiten?

Smaluhn: Der Stil von Research Now ist beratend. Nicht jedes Projekt ist wirklich für Online geeignet, und das diskutieren wir mit unseren Kunden. Neben der genannten Qualität möchte ich drei Punkte hervorheben: Wir geben unseren Kunden Planungssicherheit durch eine verbindliche Machbarkeitszusage, Zeitplanung und einen verbindlichen Projektpreis. Persönliche Ansprechpartner begleiten die Projekte durch alle Phasen. Für Spezialprojekte sind wir offen und eröffnen damit unseren Kunden wichtige Alleinstellungsmerkmale. Wir wollen unseren Service stetig verbessern, und deswegen haben wir Ihre Frage auch unseren Kunden gestellt. Den Schwerpunkt der Antworten bilden hier die Punkte Verlässlichkeit, Einhaltung von Budget und Zeitplänen und die Konsistenz der Ergebnisse. Und noch ein letzter Aspekt: Es ist im Sinne unserer Kunden, dass wir den Panel-Teilnehmern mit Respekt und Achtung begegnen. Dies zahlt sich schlussendlich aus in Form von guten Antwortraten und geringerer Fluktuation.

RR: Und wohin sollte sich die Online-Marktforschung entwickeln?

Smaluhn: Unsere Kunden nutzen das Medium noch nicht in seiner vollen Breite: Das Internet ermöglicht Interaktivität sowie Bilder, Filme, Ton. Der richtige Einsatz dieser Elemente ermöglicht Befragungen von längerer Dauer und wird ein wesentlicher Faktor bei der Methodenauswahl werden.