RR: Herr Dittrich, Sie sind schon lange in der Marktforschung aktiv und seit Mitte letzten Jahres Vorsitzender des BVM. Wie erleben Sie die Lage der Branche Anfang 2006?
Dittrich: Die Marktforschung hat in den ersten fünf Jahren des neuen Jahrtausends eine ungewohnt turbulente Zeit erlebt. Erstmals verursachten das „Platzen der Blase" sowie die Krise bei Werbungtreibenden und Medien böse Einbrüche in den Auftragsbüchern der Institute. Doch der frühere Schwung kehrt wieder zurück - endlich! Die Marketingaktivitäten nehmen zu. Mehr Innovationen und Werbung bringen höhere Marktforschungsbudgets. Die Strategen und Marketer benötigen Daten, die ihnen in einem kontinuierlich härter werdenden Wettbewerb das nötige Wissen über Markt und Verbraucher liefern.
RR: Was bedeutet das für die Arbeit des BVM?
Dittrich: Auch der BVM hat sich mit großem Erfolg konsolidiert. Die im Jahr 2002 prekäre finanzielle Lage ist wieder sehr stabil. Die Mitgliederzahl hat sich extrem positiv entwickelt. Und die Unterstützung unseres Jubiläumskongresses in Berlin durch die vielen Sponsoren und Besucher war einfach großartig. Ein besonderes Erlebnis im Rahmen des Kongresses war die Gala der deutschen Marktforschung mit der Verleihung des neu geschaffenen Preises der Deutschen Marktforschung. Die sich verändernden Rahmenbedingungen bleiben jedoch auch für den BVM eine große Herausforderung. Je mehr der Druck wächst, desto mehr Unterstützung benötigen die Mitglieder von ihrem Berufsverband. Deshalb weitet der BVM das Angebot an Seminaren und Fachtagungen kontinuierlich mit aktuellen Themen aus. In rechtlichen Fragestellungen bewährt sich die Kooperation mit der Kanzlei Schweizer. Ein Team von fünf Top-Spezialisten antwortet kostenlos auf die methodischen Fragen der Mitglieder. Ein weiteres Beispiel ist das in der Mitgliedschaft enthaltene Abo von Media & Marketing oder Marketing Journal - ein Service, der von fast jedem zweiten Mitglied genutzt wird.
RR: Wie sehen die Pläne des BVM für dieses Jahr aus?
Dittrich: Structure follows strategy. Im Jahr 2006 erfolgt die dringend notwendige Neuordnung der internen Prozesse. So arbeiten mittlerweile vier Vollzeitangestellte in der Berliner Geschäftstelle, die alle Hände voll zu tun haben und Großartiges leisten - bei der Betreuung der Mitglieder, der Aufnahme neuer Mitglieder und der Organisation von Seminaren, Kongress, Fachtagungen, Handbuch, Inbrief, der Website und vielem mehr. Mit den neuen Vorstandsmitgliedern sind gleichzeitig viele neue Ideen dazugekommen. Der Fachbeirat hat sich bei der Wahl im Herbst stark verändert und verjüngt. Der BVM ist - nicht zuletzt durch die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit ADM, ASI und DGOF - gerüstet, um den Mitgliedern auch in Zukunft viele Services und Plattformen für den fachlichen und persönlichen Austausch zu bieten. Und wir werden auch künftig daran arbeiten, die Wahrnehmung der Markt- und Meinungsforschung in der Fach- und der breiten Öffentlichkeit weiter zu verbessern.
RR: Herr Dittrich, vielen Dank für das Gespräch.
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